Mövenpick: Optimismus trotz Gewinneinbruch
Der Gastro- und Hotelkonzern Mövenpick bezeichnet 1999 als Jahr des Aufbruchs und der Erneuerung. Trotz schwarzen Zahlen vermag das operative Ergebnis noch nicht zu überzeugen. Für das laufende Jahr gibt man sich zuversichtlich.
Der Gastro- und Hotelkonzern Mövenpick bezeichnet 1999 als Jahr des Aufbruchs und der Erneuerung. Trotz schwarzen Zahlen vermag das operative Ergebnis noch nicht zu überzeugen. Für das laufende Jahr gibt man sich zuversichtlich.
Nach zwei harten Jahren fühlt sich Konzernchef Bruno Schöpfer wieder gut, wie er am Donnerstag (13.04.) vor den Medien im eigenen Mövenpick-Hotel in Regensdorf verkündete. Allerdings: Nicht die Zahlen des vergangenen Jahres, sondern die nach eigenen Worten geleistete Aufbauarbeit trugen wesentlich zum Wohlbefinden des Mövenpick-Chefs bei.
Konzerngewinn nicht mit Vorjahr vergleichbar
Nach dem hauptsächlich durch den Verkauf der italienischen Autogrill bedingten Konzerngewinnn 1998 in der Höhe von 264,6 Mio. Fr. nimmt sich der Gewinn 1999 mit 37,6 Mio. Fr. zwar bescheiden aus. Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg hingegen auf 18,7 Mio. Fr. Allerdings regt die Ebit-Marge von 2,16 Prozent noch nicht zu Höhenflügen an. Die Konzernleitung betonte denn auch, dass die – zwar deutlich verbesserten – operativen Zahlen noch nicht befriedigen können.
Dennoch ist man bei Mövenpick überzeugt, dass die Talsohle durchschritten ist. Grund für die Zuversicht Schöpfers bildet zum einen die Tatsache, das mit 14 Mio. Fr. 75 Prozent des Ebits im 2. Semester 1999 erreicht wurde. Zum andern wurde in den ersten drei Monaten des neuen Jahres der Umsatz um 8,4 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode gesteigert.
Unternehmensbereiche verselbstständigt
Der Gesamtumsatz ohne Lizenzpartner stieg im vergangenen Jahr um 10,5 Prozent auf 1,26 Mrd. Franken. Abzüglich der Managements- und Franchisebetriebe beläuft sich der konsolidierte Konzernumsatz noch auf 864,2 Mio. Fr. ( 1,3 Prozent).
Im vergangenen Jahr wurden die Unternehmensbereiche Gastronomy, Hotel & Resorts und Food als Profit Center verselbstständigt. Im Bereich Gastronomy sank bei den eigenen Betrieben der Umsatz um 21,4 Mio. auf 444,4 Mio. Franken. Verantwortlichdafür seien diverse Umbauten sowie Schliessungen nicht rentabler Betriebe, hielt Schöpfer fest.
Die neuen Gastrokonzepte sowie ein starkes Wachstum in Deutschland, wo Mövenpick unter anderem die Verpflegung in den Autostädten 2000 der VW und Audi übernehmen wird, sollen das noch ungenügende Betriebsergebnis von 10,3 Mio. Fr. nachhaltig verbessern.
Im Bereich Hotel und Resorts will Mövenpick das bestehende Portfolio in den nächsten drei bis fünf Jahren verdoppeln. Die Erholung der Tourismusbranche in Ägypten habe zu einem sehr guten Ergebnis geführt. Die Hotel-Gruppe konnte ihren Gesamtumsatz (inklusive Managementsbetriebe) um 26,7 Prozent auf 450 Mio. Fr. steigern.
Schwerpunkt auf Konsumgüterbereich
Im Food-Bereich, dessen Leitung CEO Schöpfer seit März 2000 selbst übernommen hat, will Mövenpick vom forcierten Ausbau in Asien profitieren. Bereits in diesem Jahrsoll in der Region Asien/Pazifik der Umsatz von 51 Mio. auf 100 Mio. Fr. gesteigert werden. Generell will Mövenpick künftig den Schwerpunkt auf den Konsumgüterbereich legen.
Mit einer Eigenkapitaldecke von über 50 Prozent steht der Konzern auf gesunden Füssen. Im vergangenen Jahr führten vor allem Aktienrückkäufe zu einer Eigenkapitalreduktion von 191 Mio. Franken. Die Dividende des Vorjahres von 4 Fr. pro Namensaktie beziehungsweise 20 Fr. pro Inhaberaktie soll beibehalten werden.
swissinfo und Agenturen
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