Nestlé mit Rekordgewinn
Der Nahrungsmittel-Multi Nestlé hat einen Rekordgewinn gemeldet. Erstmals legte Nestlé die Bezüge der Konzernspitze offen. Die Börse reagierte zurückhaltend.
Nestlé hat am Donnerstag fürs vergangene Geschäftsjahr 2001 einen Reingewinn von rund 6,681 Mrd. Franken gemeldet. Der Umsatz näherte sich 85 Mrd. Franken.
Nestlé wies gegenüber dem Vorjahr einen 15,9% höheren Reingewinn von Mrd. Franken aus, wie der Nahrungsmittel-Multi am Donnerstag mitteilte. Die Nettomarge betrug 7,9%. Der Betriebsgewinn betrug 9,218 Mrd. Franken, 0,4% mehr als 2000. Dies entsprach 10,9% des Umsatzes.
Der Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern und Goodwill-Abschreibungen (EBITA) kletterte um 1,2% auf 9,713 Mrd. Franken. Den Aktionären wird eine Dividendenerhöhung um 16,4% auf 6,40 Franken je Aktie vorgeschlagen.
Besser als erwartet – dank Asien und Russland
Beim Umsatz überbot Nestlé laut der Mitteilung die eigenen Zielsetzungen: Der Umsatz wuchs um 4,0% auf 84,698 Mrd. Franken. Das reale interne Wachstum wird für das letzte Jahr auf 4,4 % beziffert und lag damit um 0,4% höher als anvisiert.
Zum Wachstum trugen die meisten Regionen und Geschäftsbereiche bei. Grosse Fortschritte wurden in Osteuropa und dort vor allem in Russland verzeichnet, ebenso in den meisten Gegenden Asiens. China, Indien, die Region Indochina, einige Gegenden Afrikas und das Wassergeschäft in den USA und in Deutschland erreichten zweistellige Wachstumsraten.
Grosse Schuldenlast
Die Nettoverschuldung des Konzerns stieg bis Ende Jahr auf 19,4 Mrd. Franken, verglichen mit 3 Mrd. Franken Ende 2000. Die Finanzlage der Gruppe bleibe aber komfortabel, schreibt Nestlé. Die schwerere Schuldenlast wurde mit der Finanzierung der Ralston-Purina-Akquisition Mitte Dezember 2001 sowie Übernahmen in den Bereichen Wasser und Speiseeis begründet.
Konzernchef Peter Brabeck sagte, das Unternehmen habe auch in einem turbulenten Jahr ausgezeichnet gearbeitet. Auch für 2002 ist Nestlé zuversichtlich. Er erwartet weitere Umsatz- und Gewinnsteigerungen.
Entschädigung für Spitze offengelegt
Vor dem Hintergrund der Diskussion über Managergehälter hat Nestlé erstmals die Bezüge des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung offengelegt. Die je zehn Mitglieder bezogen 2001 total 22 (Vorjahr 19) Mio. Franken.
Der zehnköpfige Verwaltungsrat ist mit total 4 (5) Mio. Franken entschädigt worden. Weitere 2 Mio. Franken sind in Aktien entrichtet worden. Im Vorjahr waren es Warrants in gleicher Höhe gewesen.
Auf die zehnköpfige Geschäftsleitung entfielen insgesamt 9 (8) Mio. Franken als Entschädigung und 7 (4) Mio. Franken in Form von Boni. Die Boni seien an die individuelle Leistung sowie an die Erreichung der Gruppenziele gekoppelt. Hinzu kommen Aktienoptionen.
Jedes Mitglied des Verwaltungsrates wird jährlich mit 263’000 Franken entschädigt. Mitglieder des Ausschusses (Committee of the board) erhalten zusätzlich 200’000 Franken pro Person, während die Mitglieder des Audit Committee zusätzlich je 25’000 Franken erhalten. Verwaltungsrats-Präsident Rainer E. Gut, dessen Bezüge nicht ausgewiesen werden, bezieht ebenfalls Entschädigungen und Boni.
swissinfo und Agenturen
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