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Nestlé mit einem Umsatzplus von 2,2 Prozent wieder auf Wachstumskurs

Nestlé hat die Wachstumsschwäche zu Jahresbeginn definitiv überwunden. Der konsolidierte Umsatz nahm in den ersten zehn Monaten um 2,2 Prozent auf 60,5 Mrd. Fr. zu, wie Konzernchef Peter Brabeck am Mittwoch (24.11.) in Vevey sagte.

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat die Wachstumsschwäche zu Jahresbeginn definitiv überwunden. Der konsolidierte Umsatz nahm in den ersten zehn Monaten um 2,2 Prozent auf 60,5 Mrd. Fr. zu, wie Konzernchef Peter Brabeck am Mittwoch (24.11.) in Vevey sagte.

Der Nestlé-Konzern kommt allmählich in Fahrt. Auf vergleichbarer Basis und bei konstanten Wechselkurse betrug das Wachstum 3,6 Prozent. In den USA hat der Konzern das Kaffee-Röst-Geschäft verkauft und lanciert eine Nescafé-Offensive.

Klar ablesen lässt sich die Wachstumsbeschleunigung am internen Realwachstum. Nach einem Rückgang um 0,5 Prozent bis Ende März beschleunigte sich die Zuwachsrate bis Ende Juni auf 2,1 Prozent und kletterte bis Ende Oktober auf 3,0 Prozent.

«Wir sind mit dem Geschäftsgang alles in allem zufrieden», kommentierte Brabeck die Entwicklung. Der positive Trend dürfte dank der guten Konsumstimmung in wichtigen Ländern bis Ende 1999 anhalten. Die Umsätze in Asien zeigten nach oben. Das gelte auch für Russland.

Im ganzen laufenden Jahr dürfte der Konzernumsatz die Marke von 73 (Vorjahr 71,75) Mrd. Fr. überschreiten. Das Gewinnwachstum dürfte mit dem Umsatzwachstum Schritt halten. Für 1998 waren 4,29 Mrd. Fr. ausgewiesen worden. Auch die Perspektiven für 2000 sind laut Brabeck gut.

Umstrukturierung geht weiter

Fortsetzen will Nestlé die Restrukturierungen und Optimierungen in der Produktion. Im Zuge der Globalisierung gehe der Trend Richtung Spezialisierung. Allein im laufenden Jahr hat der Konzern weltweit 33 Fabriken verkauft oder geschlossen, so unter anderem in der Kakao-Verarbeitung. Um die Belieferung mit qualitativ hochwertigen Rohstoffen sicherzustellen, will Nestlé vermehrt langfristige Bindungen mit Zulieferbetrieben eingehen. Dort, wo Betriebe geschlossen werden müssen, strebt Nestlé sozialverträgliche Lösungen an.

Weitere Umstrukturierungen zeichneten sich ab. Das gelte etwa für die Sparte Schokolade- und Süsswaren, die in den ersten zehn Monaten einen Umsatzrückgang um 5,5 Prozent auf 8,1 Mrd. Fr. hinnehmen musste. Nicht nur Standorte in West-, sondern auch Osteuropa dürften davon betroffen sein.

Schweiz nicht betroffen

In der Schweiz gebe es derzeit keine grösseren Projekte für Umstrukturierungen, sagte der für Europa zuständige Generaldirektor Robert Raeber. Einzelne Anpassungen vollzögen sich innerhalb der Nestlé-Betriebe. Die Öffnung des Milchmarktes könnte später zu Restrukturierungen führen.

Nescaféwird in USA neu lanciert

Das Kaffee-Geschäft (Rösten und Mahlen) in den USA hat Nestlé verkauft. Im Gegenzug startet der Konzern nun eine Offensive, um die Marke Nescafé jenseits des Atlantiks zu verankern. «Das ist der grösste Schritt im US-Markt, den wir je getan haben», zeigte Brabeck die Dimensionen auf. Die Marke Nescafé werde geöffnet, um neue, junge Käuferschichten anzulocken. Statt nur löslichen Kaffee umfasse die Marke Kaffee- Getränke aller Art. Weltweit halte Nescafé einen Marktanteil von über 50 Prozent. Die USA waren jedoch bisher für Nescafé ein weisser Fleck.

Trümpfe im Eis-Markt

Grosse Hoffnungen setzt Nestlé in das Joint Venture mit Pillsbury, demUS-Hersteller von Häagen-Dazs-Speiseeis. Beide Partner erwarteten eine Wachstumsbeschleunigung und eine steigende Rentabilität. Eine Expansion ausserhalb der USA sei nicht ausgeschlossen, derzeit aber nicht aktuell.

Gestrafft hat Nestlé in den letzten Jahren die Zahl ihrer Marken. «Der Konsument ertrinkt heute in einer Flut von Werbebotschaften», sagte Brabeck. Umso wichtiger sei die Konzentration der Mittel auf sechs Kernmarken: Nestlé, Nescafé, Nestea, Buitoni, Maggi und Friskis.

Wechsel in der Nestlé-Generaldirektion

In der achtköpfigen Generaldirektion von Nestlé kommt es zum Jahresende zu einem Wechsel. Der längjährige Generaldirektor Philippe Véron tritt auf Ende Jahr in den Ruhestand. Nachfolger Vérons wird der 59-jährige US-Amerikaner Frank Cella. Cella ist seit über 35 Jahren für Nestlé in den USA und Kanada tätig. Er leitet ab Januar 2000 die Strategic Business Units sowie das Marketing.

SRI und Agenturen

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