Petitionen zur Rettung der ADtranz-Werke in der Schweiz eingereicht
Die Gewerkschaften kämpfen um Aufträge für die geplante Nachfolgegesellschaft zur Rettung der ADtranz- Werke in Pratteln und Zürich-Oerlikon. Am Mittwoch (09.02.) wurden den Behörden in Zürich, Bern und Pratteln entsprechende Petitionen überreicht.
Die Gewerkschaften kämpfen um Aufträge für die geplante Nachfolgegesellschaft zur Rettung der ADtranz- Werke in Pratteln und Zürich-Oerlikon. Am Mittwoch (09.02.) wurden den Behörden in Zürich, Bern und Pratteln entsprechende Petitionen mit 27 000 Unterschriften überreicht.
Damit forderten sie den Bundesrat, die Kantonsregierungen von Zürich und Basel-Land sowie den Zürcher Stadtrat auf, sich beim ADtranz-Konzern, bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB und den anderen Kunden von Rollmaterial zur Erhaltung der Arbeitsplätze einzusetzen.
Die Aufträge aus der bisherigen Schweizer ADtranz-Produktion für die geplante Auffanggesellschaft sind jedoch in der Schwebe. Die Stadt Zürich wird möglicherweise die Produktion von 50 Cobra-Trams an die Thurgauer Firma Stadler übergeben. Und auch seitens der SBB sind die Aufträge ebenfalls nicht gesichert.
Zürich ist in Verhandlungen
Der Zürcher Stadtrat und die ADtranz-Geschäftsleitung sind am Mittwochnachmittag zu einer weiteren Verhandlungsrunde über die Auftragsvergabe der Cobra-Trams für die Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) zusammengekommen, wie Stadtrat Thomas Wagner an der Übergabe einer Petition durch die Gewerkschaften in Zürich erklärte.
Stadtrat Wagner war allerdings nicht bereit, über den Stand der Verhandlungen Auskünfte zu geben. Höchste Priorität habe die Erhaltung von Arbeitsplätzen in der Schweiz. Man werde mit den Sozialpartnern jedenfalls im Gespräch bleiben, erklärte Wagner weiter.
Auffanggesellschaft soll Aufträge erhalten
Mit der Teilverlagerung der Produktion in den Kanton Thurgau seien die Gewerkschaften nicht einverstanden, erklärte der Sekretär der Gewerkschaft SMUV, Kaspar Wohnlich, auf Anfrage. Die Zürcher Verkehrsbetriebe sollen die geplante Auffanggesellschaft mit der Produktion der Cobra-Trams beauftragen.
Bis Ende März des laufenden Jahres soll die Auffanggesellschaft konkrete Formen angenommen haben, dann sollen auch die Businesspläne erarbeitet sein.
Kommt die Auffanggesellschaft zu Stande, könne man etwa die Hälfte der heute rund 700 Arbeitsplätze in den ADtranz-Werken in Pratteln und Zürich-Oerlikon erhalten, schätzt SMUV-Sekretär Wohnlich. Die Auswirkungen auf die Arbeitsplätze im Fall der Tram- Produktion in Bussnang liessen sich noch nicht abschätzen, weil der Inhalt der Verträge noch nicht bekannt sei.
Unsichere Auftragsentwicklung
Bei den SBB beschränken sich mögliche neue Aufträge für ADtranz auf Lieferungen von Doppelstockzügen und der neuen IC-Neigezüge. ADtranz hat noch den Auftrag für 250 Doppelstockwagen und 24 Neigezüge. Sind diese einmal ausgeliefert, ist die Auftragsentwicklung unsicher, sagte SBB-Sprecher Christian Kräuchli.
Bei den noch laufenden wie auch bei künftigen Aufträgen beharren die SBB aber darauf, dass die Endmontage und die Übergabe in der Schweiz erfolgen, erklärt Kräuchi.
SRI und Agenturen
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