Post schaltet Internet-Portal «yellowworld» auf
Die Post hat am Donnerstag (21.09.) in Bern ihr Internet-Portal "www.yellowworld.ch" präsentiert. Von anderen Anbietern will sie sich durch neue Angebote im Mail-Service, Shop- und News-Bereich sowie im E-Business abheben.
Bis Ende 2002 werden netto 200 Mio. Franken in die Post-Tochtergesellschaft investiert.
Die Aufschaltung des Post-Portals wurde nach einer viermonatigen Sicherheits-Testphase auf Donnerstag um 21.21 Uhr angesetzt. Wie Post-Konzernchef Ulrich Gygi an einer Medienkonferenz in Bern sagte, soll yellowworld physische und elektronische Dienstleistungen intelligent verknüpfen. Der Internetauftritt warte mit einigen technischen Neuheiten auf, die mit den traditionellen Werten der Post wie Zuverlässigkeit, Leistungsfähigkeit, Sicherheit sowie Qualität verbunden würden.
Dass eingegangene Newsinhalte und künftig auch Mails per Handy oder Festnetztelefon dreisprachig abgehört werden könnten, sei gar eine Weltneuheit. Eine Premiere sei auch, dass E-Mails für Empfänger ohne Computeranschluss von der Post als physische Briefe versandt würden.
«Das Portal ist als Schaufenster zu verstehen», erklärte Jean-Pierre Streich von der yellowworld-Konzernleitung. Wolle man über den Gastbereich hinausgehen, müsse man sich erst einmalig identifizieren. Dabei werde die angegebene Adresse mit einem eingeschriebenen Brief physisch überprüft.
Die Post hoffe, die von dieser «fürs Internet anarchistisch anmutenden Identifizierung» ausgehende abschreckende Wirkung durch die dadurch gewonnene Sicherheit zu übertreffen, sagte Streich. Nach Wunsch werde im yellowworld ein Benutzerprofil erstellt, so dass die Inhalte den persönlichen Bedürfnissen des Nutzers angepasst werden könnten.
Die Personalisierung könne aber zu jedem Zeitpunkt abgelehnt werden. Zudem hätten die Kunden Einsicht in die gespeicherten Daten.
Wie andere Portale bietet auch yellowworld Informationen und Unterhaltung sowie eine Gratis-E-Mail-Adresse an, wie Streich weiter ausführte. Ausserdem könne über das Portal in verschiedenen Shops eingekauft werden. Die Einkäufe kämen in einen Warenkorb und würden mit einer einzigen Belastung des Post- oder Kreditkartenkontos berechnet.
In der im vergangenen April in Bern gegründeten Post-Tochtergesellschaft yellowworld sind laut Gygi zur Zeit 70 Personen beschäftigt. Bis Ende 2002 sollen 230 weitere Arbeitsplätze hinzukommen. Die Post wolle in den nächsten drei Jahren 350 Mio. Franken in yellowworld investieren. Sie rechnet für diese Zeit mit 150 Mio. Franken Einnahmen.
swissinfo und Agenturen
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