The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Preisüberwacher kritisiert neuen Arzttarif

Für Preisüberwacher Werner Marti ist der neue Arzttarif in der vorliegenden Form nicht akzeptierbar. In einem Interview mit der Zeitung "Tages-Anzeiger" erklärte Marti, der neue Tarif erfülle die Forderung nach Kostenneutralität nicht.

Für Preisüberwacher Werner Marti ist der neue Arzttarif TarMed in der vorliegenden Form nicht akzeptierbar. In einem am Samstag (05.02.) veröffentlichten Interview mit der Zeitung «Tages-Anzeiger» erklärte Marti, der neue Tarif erfülle die Forderung nach Kostenneutralität nicht.

Würde der Tarif in der jetzigen Form umgesetzt, rechnet Marti mit einer Zunahme der Kosten um 10 Prozent. Seine letztjährigen Empfehlungen hätten die Tarifpartner nur ungenügend berücksichtigt, kommt Marti auf Grund einer ersten Prüfung zum Schluss. So sei das Referenzeinkommen immer noch zu hoch angesetzt.

Der Preisüberwacher hatte eine Senkung von 218 000 auf 185 000 Franken gefordert. Die Ärzte seien seien dieser Forderung «nicht einmal zur Hälfte» entgegengekommen.

Nochmalige Analyse

Auch bei der Jahresarbeitszeit hätten die Tarifpartner die Empfehlungen nicht vollständig berücksichtigt, moniert Marti. Er werde den Tarif jetzt nochmals analysieren und anschliessend dem Bundesrat eine entsprechende Empfehlung machen.

Dieser habe dann zwei Möglichkeiten. «Er kann die Genehmgigung verweigern oder die Kostenneutralität über die Festsetzung der einzelnen Taxpunktwerte erreichen», sagte Marti im Interview
weiter.

Das neue Tarifstruktur-Projekt war Ende Januar 1999 in der Urversion vorgestellt worden. Die Tarifstruktur mit 4300 Leistungspositionen hiess damals noch Grat/Infra und wurde später in TarMed umbenannt.

Verzögerungen

Der neue Arzttarif sollte ursprünglich ab 1. Januar 2000 in Pilotkantonen und auf Anfang 2001 in der ganzen Schweiz eingeführt werden. Das Vorhaben hat sich verzögert, nachdem die Spezialärzte – Einkommensverluste fürchtend – dagegen Sturm liefen.

Überdies hatte der Preisüberwacher befunden, die Kostenneutralität werde verletzt. Marti befürchtete damals eine Kostensteigerung um 30 Prozent.

TarMed-Vertragsparteien sind die Verbindung der Schweizer Ärzte FMH, die Vereinigung der Schweizer Spitäler, das Krankenkassenkordat und die Medizinaltarifkommission als Vertreterin der Unfall-, Invaliden-und
Militärversicherung.

SRI und Agenturen

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft