Raiffeisen-Banken wollen in die Städte expandieren
Die Raiffeisen-Gruppe will die Städte erobern. Die Banken-Gruppe plant den Vorstoss in die urbanen Zentren und will neue Kunden gewinnen. 1999 steigerte die Gruppe den Gewinn um zwölf Prozent auf 335,3 Mio. Franken.
Die Raiffeisen-Gruppe will die Städte erobern. Die Banken-Gruppe mit dem dichtesten Filialnetz der Schweiz plant den Vorstoss in die urbanen Zentren und will neue Kunden gewinnen, wie es am Dienstag (11.04.) in Zürich hiess. 1999 steigerte die Gruppe den Gewinn um zwölf Prozent auf 335,3 Mio. Franken.
«Im Gegensatz zu unseren Mitbewerbern, welche ihr Vertriebsnetz stark reduziert haben, setzen wir nach wie vor auf Kundennähe», sagte Robert Signer, Leiter des Departements Marktmanagement des Schweizer Verbands der Raiffeisen-Banken, an der Bilanzmedienkonferenz.
Diese Kundennähe solle noch weiter verstärkt werden. 1996 erreichte die Gruppe, die vor 100 Jahren im thurgauischen Bichelsee ihre erste Bank eröffnet hatte, 50 Prozent der Bevölkerung, heute sind es 65 Prozent. 70 Standorte sind in den vergangenen fünf Jahren dazu gekommen; die Gruppe zählt heute 582 autonomen Banken mit 719 Geschäftsstellen.
Das Ziel sei, das Bankstellennetz so auszubauen, dass 100 Prozent der Schweizer Bevölkerung erreicht werde, sagte Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz. Noch in diesem Jahr wird die Raiffeisen-Gruppe in Luzern eine Bank eröffnen, 2001 folgt Basel, der Standort Zürich werde studiert.
Es sei sicher ungewöhnlich, in der heutigen Zeit neue Bankstellen zu eröffnen, sagte Signer. Die Unternehmensphilosophie der genossenschaftlichorganisierten Banken setze aber den Kundennutzen und nicht die Gewinnmaximierung ins Zentrum der Geschäftstätigkeit, sagte Vincenz.
Im vergangenen Jahr fuhr die Gruppe mit dieser Philosophie gut. 75’585 Personen traten einer Raiffeisen-Genossenschaft bei, die Kundenzahl erhöhte sich auf rund 1,5 Millionen. Der Gewinn der Gruppe stieg verglichen mit dem Vorjahr um zwölf Prozent auf 335,3 Mio. Franken, die Bilanzsumme wuchs um 7,1 Prozent auf 71,2 Mrd. Franken. Verantwortlich für die Steigerung waren vor allem die Kundenausleihungen, das Kerngeschäft der Raiffeisen-Banken. Insgesamt nahmen die Ausleihungen um 5,7 Prozent zu, die Hypothekarforderungen gar um 7,1 Prozent auf 55,124 Mrd. Franken.
Der Ertrag aus dem Zinsengeschäft erhöhte sich um 11,2 Prozent auf 1,175 Mrd. Franken und machte 82,5 Prozent des Bruttoertrags aus. Gesteigert wurden aber auch das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, der Handelserfolg sowie das Interbankengeschäft.
Die von den Raiffeisen-Banken verwalteten Spar- und Anlagegelder nahmen um 7,4 Prozent auf 42,5 Mrd. Franken zu. Der Kassenobligationsbestand ging um 325,8 Mio. Franken auf 6,7Milliarden Franken zurück, das Raiffeisen-Fondsvolumen stieg dagegen um 46 Prozent auf 5,85 Mrd. Franken.
swissinfo und Agenturen
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