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Sabena konkurs – neue Airline angekündigt

Sabena und Swissair: Enge Beziehung - ähnliches Schicksal. swissinfo.ch

Die belgische Traditions-Airline hat Konkurs angemeldet. Gleichzeitig gingen die Bemühungen um einen Neustart weiter.

Wie Ministerpräsident Guy Verhofstadt am Mittwoch sagte, wurden 15 Investoren gefunden, die insgesamt 200 Mio. Euro (294 Mio. Franken) für eine Nachfolge-Gesellschaft aufbringen wollen. Zwölf Banken und Unternehmen würden zusammen 155 Mio. Euro bereitstellen. Weitere 45 Mio. Euro kämen von drei belgischen Investmentgesellschaften.

Die Anwälte von Sabena hinterlegten die Konkurs-Anmeldung des 78 Jahre alten belgischen Traditions-Unternehmens am Mittwochvormittag bei Gericht. Die Konkursanmeldung gelte nur für die Mutter-Gesellschaft Sabena SA, hiess es bei Gericht. Mehrere Tochter-Unternehmen seien dagegen ausgenommen.

Weiter mit DAT?

Verhofstadt kündigte die Gründung einer neuen, verkleinerten nationalen Fluglinie an. Das Unternehmen werde in Brüssel angesiedelt sein und anders als Sabena ohne Staatsbeteiligung seinen Betrieb aufnehmen, sagte er. Als Basis solle die Sabena- Regionalgesellschaft DAT (Delta Air Transport) dienen. Dadurch könnten 5’000 bis 6’000 der rund 12’000 Sabena-Stellen übernommen werden.

DAT würde europäische Destinationen anfliegen, aber allenfalls von Sabena auch einige Langstreckenflüge übernehmen, wie Sabena- Verwaltungsratspräsident Fred Chaffart am Dienstagabend erklärt hatte.

Der Vizepräsident des Brüsseler Flughafens, Herman Neukermans, sagte, vor dem Konkursantrag habe Sabena die 1000 Start- und Landeslots in Brüssel auf die DAT übertragen. Dadurch können Wettbewerber zunächst nicht beantragen, Start- und Landerechte der Sabena zu erhalten.

Demonstrationen

Viele Sabena-Beschäftigte versammelten sich am Mittwoch auf dem Brüsseler Flughafen Zaventem. Wegen der Behinderung der Gepäckabfertigung kam es zu Verspätungen im Flugverkehr. Sabena selbst hatte ihre Flüge schon am Dienstag eingestellt.

Laut der belgischen Nachrichtenagentur Belga empfingen rund 60 Beschäftigte auf dem Flugfeld die letzte landende Sabena-Maschine, die aus Benin kam. Vor dem Arbeitsministerium, wo etwa 2’000 Menschen demonstrierten, sei es zu Rangeleien zwischen empörten Beschäftigten und der Polizei gekommen, hiess es.

Staatsanwalt ermittelt

Von der Staatsanwaltschaft in Brüssel bestätigt wurden inzwischen Ermittlungen bei Sabena und Angehörigen des Sabena-Managements. Dabei wurden auch Akten sichergestellt. Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch eine Klage von einzelnen Sabena-Beschäftigten gegen die Aktionäre des Unternehmens.

Die zu 49,5 Prozent zu Swissair gehörende, mehrheitlich aber staatliche Sabena beschäftigte zuletzt über 12’000 Personen. Die Schulden des Unternehmens sollen bis zu 2,5 Mrd. Euro (3,7 Mrd. Franken) betragen.

Klagen gegen Swissair

Sabena-Verwaltungsrats-Präsident Chaffart begründete den Konkurs-Beschluss unter anderem mit den wilden Streiks und der Krise im Luftverkehr, aber auch mit der «agressiven Expansions-Politik» von Swissair.

Chaffart kündigte an, die Rechtsschritte gegen die Swissair zu intensivieren, die nach deren Ausstieg aus der Rekapitalisierung aufgenommen worden waren. Die jetzige Lage der Sabena gehe zu «einem grossen Teil» auf Swissair zurück.

swissinfo und Agenturen

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