SBB mit Konzerngewinn
Die SBB haben letztes Jahr eine Gewinnsteigerung von 125 Prozent auf 314 Mio. Franken eingefahren. Die Bundeshilfe betrug über 1,8 Mrd. Franken.
Die SBB haben – gemäss eigenen Angaben – die vom Bund vorgegebenen Ziele zum grossen Teil erreicht und teilweise deutlich überboten. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die öffentliche Hand 2001 insgesamt 1,863
Mrd. Franken einschoss. Das sind 52,5 Mio. Franken weniger als im Vorjahr.
SBB-Verwaltungsrats-Präsident Thierry Lalive d’Epinay begründete den «rasanten» Anstieg des Konzerngewinns vor allem mit folgenden Faktoren: Ausserordentlicher Gewinn von 118 Mio. Franken aus dem Teilverkauf der Sunrise-Aktien, Auflösung von Rückstellungen aus dem geplatzten Joint Venture mit der italienischen FS Cargo sowie ein verbessertes Finanzergebnis.
Personen plus, Güter minus
Im Personenverkehr konnten die SBB Umsatz und Ertrag weiter setigern. Erstmals wurden mehr als 300 Millionen Personen befördert (+6,1%). Der Jahresgewinn stieg der Gewinn um 18 Prozent auf 80 Mio. Franken.
Im Güterverkehr hingegen rollte nicht alles wie gewünscht. Die schwache Wirtschaftslage hatten Mengen und Erträge in allen Sektoren gedrückt. Die SBB mussten einen um 17,9 Prozent höheren Verlust von 68 Mio. Franken hinnehmen. Die 59 Mio. Tonnen transportierter Güter liegen weit unter den Spitzenwerten des Vorjahres.
Die Infrastruktur trug mit einem Ergebnis von 130 Mio. Franken zum Gewinn bei.
Laut Mitteilung erwirtschafteten die SBB 60 Prozent ihres Betriebsertrages auf dem Markt und 9 Prozent als Selbstunternehmer. 31 Prozent steuerten Bund und Kantone bei.
94,5 Prozent pünktlich
Zur Förderung der Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene haben die SBB ein Investitionspaket von gegen 100 Mio. Franken geschnürt. 18 neue Zweistromloks sollen die Produktivität und Pünktlichkeit auf der Strecke Schweiz – Italien via Luino in die norditalienischen Terminals verbessern.
Für das laufende Jahr erwarten die SBB im Personenverkehr eine Steigerung des Betriebsergebnisses, nicht zuletzt wegen der Expo.02. Im Güterverkehr wird dagegen infolge der schlechten Wirtschaftslage mit weiterhin tiefen Mengen und Erträgen gerechnet.
Bei der Pünktlichkeit blieben die SBB mit einem Anteil von 94,5 Prozent an pünktlich verkehrenden Zügen dagegen knapp hinter der Vorgabe von 95 Prozent zurück.
swissinfo und Agenturen
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