SBB und FS besiegeln Zusammenarbeit im Cargo-Bereich
Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und die italienischen Ferrovie Statale (FS) haben am Mittwoch (02.02.) in Rom ihre Zusammenarbeit im Güterverkehr besiegelt. Damit entsteht die Nummer Zwei im europäischen Cargo-Verkehr.
Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und die italienischen Ferrovie Statale (FS) haben am Mittwoch (02.02.) in Rom ihre Zusammenarbeit im Güterverkehr besiegelt. Damit entsteht die Nummer Zwei im europäischen Cargo-Verkehr. Der Schweizer Verkehrsminister, Bundesrat Moritz Leuenberger, gratulierte den beiden Bahnen zu ihrem Mut für diese Weichenstellung.
Das Joint-Venture wurde nach zweijährigen intensiven Verhandlungen nun von den Präsidenten der beiden Verwaltungsräte, Thierry Lalive d’Epinay und Claudio Dematte, sowie den beiden Geschäftsleitungsvorsitzenden Benedikt Weibel und Giancarlo Cimoli unterzeichnet.
Dematte unterstrich an der Vertragsunterzeichnung, die Bahnen müssten sich rasch verändern, um dem Konkurrenzdruck des europäischen Transportmarktes Stand halten zu können. Lalive d’Epinay hob den für die Bahnen wichtigen Wandel vom Infrasturkturbesitzer zum Anbieter von Kundenlösungen hervor. Mit dem Zusammenschluss würden die beiden Bahnen nationale Grenzen überwinden und die Transportqualität markant verbessern, neue Märkte öffnen und den Kunden hochstehende Logistiklösungen anbieten.
Weibel bezeichnete “eine internationale Organisation mit einem internationalen Management für einen internationalen Markt” als Grundidee des Joint-Ventures. Die SBB und FS seien von der Geografie her die natürlichen Partner für ein solches Vorhaben.
Bundesrat Leuenberger beglückwünschte die beiden Bahnen zu dieser verkehrspolitischen Weichenstellung. Die Zusammenarbeit zwischen den Bahnunternehmungen sei entscheidend für den Erfolg der Liberalisierung im europäischen Schienenverkehr und die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Bahnen. Die SBB und die FS hätten diesen Mut gehabt, dazu beglückwünsche er sie, teilte Leuenbergers Departement mit.
Das Vertragswerk öffnet laut SBB ein neues Kapitel in der europäischen Güterlogistik. Die gemeinsame Schienentransport- und Logistikfirma ist neu die Nummer Zwei in Europa und beschäftigt knapp 20’000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei einem Aktienkapital von 1,2 Milliarden Franken. Sie wird ihre operative Tätigkeit gemäss SBB spätestens am 1. Januar 2001 aufnehmen. Das Unternehmen ist paritätisch strukturiert. SBB-Chef Weibel wird Präsident des Verwaltungsrates, während Maurizio Bussolo den Vorsitz der Geschäftleitung übernimmt. Sitz der nach italienischem Recht konzipierten Firma ist Mailand; ein wichtiger Aussenposten ist für Basel vorgesehen.
Die betroffenen SBB-Mitarbeiter werden auf Anfang 2001 vorerst zur neuen SBB-Tochter Cargo AG versetzt und wechseln später mit dem kompletten Zusammenschluss zur Joint-Venture-Tochter in der Schweiz.
SRI und Agenturen
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