Schlemmen wie die Römer
Das Museum für Urgeschichte(n) Zug widmet seine aktuelle Sonderausstellung dem Schlemmen der Römer. "Vom Geschirr zum Genuss - Römische Keramik und ihre Verwendung" macht klar, dass das Importieren von Ess-Sitten keine Neuheit ist.
Gefässe aus gebranntem Ton waren in römischer Zeit in jedem Haushalt in grosser Zahl auch nördlich der Alpen vorhanden. Die Tongefässe dienten als Transportmittel, Vorratsgefässe, Kochtöpfe, Tafelgeschirr und wurden auch im Totenkult verwendet.
Das Museum für Urgeschichte(n) hat für die Ausstellung eine römische Küche nachgebaut und ein reiches Gedeck aufgetischt. Die Originalfunde, vor allem aus der Westschweiz, wurden mit Abbildungen aus Pompeji und Herculaneum ergänzt.
Importierte Ess-Sitten
Bemerkenswert sei, dass auf dem Gebiet der heutigen Schweiz nicht nur die Keramik nach römischem Vorbild hergestellt wurde, sondern auch die Ess-Gewohnheiten sich nach Rom ausrichteten, so die Ausstellungs-Fachleute.
Die mehrgängigen Menus nach mediterranem Vorbild oder gar die legendären Flamingo-Zungen und die mit lebenden Wachteln gefüllten Wildschweine konnte sich indes nur die Oberschicht leisten. Für die meisten bildete der Eintopf auf Getreidebasis den Alltag.
Wer damals nördlich der Alpen römisch kochen wollte, musste die Zutaten über weite Distanzen herbeischaffen. Dazu gehörten etwa spanisches und afrikanisches Olivenöl, Weine aus der Türkei und Italien, Fischsaucen aus Ligurien oder Zimt und Koreander.
Als Transportbehälter dienten in erster Linie Amphoren. Die Käuferinnen konnten dabei an deren Form sehen, welches Gut die Gefässe enthielten und woher es stammte.
Die Keramik spielte auch im Totenkult eine wichtige Rolle. In den Gefässen wird den Toten ein letztes Festmal auf den Scheiterhaufen mitgegeben. Und die Hinterbliebenen trösteten sich bei einem jährlichen Totenmal über den Hinschied.
Die Ausstellung ist vom Römermuseum Avenches und dem Archäologischen Dienst des Kantons Freiburgs erstellt und vom Zuger Museum für Urgeschichte(n) ergänzt worden. Wer selbst kosten will, kann dies am Sonntag anlässlich eines Schaukochens im Museum tun.
swissinfo und Agenturen
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