Schweizer Industrie gewinnt stark an Dynamik
Die Industriekonjunktur hat sich weiter verbessert. Im Schlussquartal 1999 stieg der Geschäftsgang auf das höchste Niveau seit zehn Jahren. Für das erste Quartal wird mit einer Steigerung des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 3,1 Prozent gerechnet.
In der Schweiz hat sich die Industriekonjunktur weiter verbessert. Im Schlussquartal 1999 stieg der Geschäftsgang der rund 300 befragten Unternehmen auf das höchste Niveau seit zehn Jahren. Für das erste Quartal 2000 wird mit einer Steigerung des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 3,1 Prozent gerechnet.
Gemäss der Umfrage, die von der Grossbank UBS seit 25 Jahren jeweils vierteljährlich durchgeführt wird, gewann die Schweizer Industrie im Schlussquartal stark an Dynamik. Für die ersten drei Monate des laufenden Jahres wird mit weiteren Auftriebstendenzen gerechnet, wobei die befragten Unternehmen sowohl von der in- wie auch von der ausländischen Kundschaft positive Nachfrageimpulse erwarten.
Die Industriefirmen planten deshalb für das erste Quartal 2000 eine weitere Ausdehnung der Produktion, was angesichts des so genannten «Time-lag» zwischen der dynamischen Nachfrageentwicklung und der trägen Anpassung der Produktionskapazitäten zu einem vorübergehend starken Anstieg der Arbeitsvorräte führe.
Die dadurch zu erwartende Steigerung der Verkaufspreise werde die Gewinnlage der Unternehmen jedoch nur geringfügig beeinflussen, da in den kommenden Monaten auch mit einer proportional zum Umsatz ansteigenden Entwicklung der Aufwendungen zu rechnen sei. Die Personalbestände der Unternehmen dürften zudem gesamthaft weiter aufgestockt werden, heisst es in den am Dienstag (01.02.) veröffentlichten Umfrageergebnissen weiter.
Eine überdurchschnittliche Produktionsentwicklung ermittelten die Konjunkturforscher der UBS in den Bereichen Elektrotechnik und Elektronik sowie Holz und Möbel. Die Produzenten von Maschinen und Textilien schätzten demgegenüber ihre Zukunft per Saldo weniger optimistisch ein als der Durchschnitt aller Industriezweige. Beide Branchen wiesen zwar ebenfalls deutlich höhere Bestellungseingänge und Umsätze aus, sie hinkten jedoch seit dem zweiten Halbjahr 1998 hinter der allgemeinen Konjunkturentwicklung her und müssten folglich zunächst diesen Rückstand aufholen.
Die parallel zur Industrie befragten Baufirmen blieben ebenfalls optimistisch gestimmt, obwohl auch sie mit einer vorübergehend über das saisonale Muster hinausgehenden Verlangsamung der Baukonjunktur zu kämpfen hatten. Als relativ moderat wird die Entwicklung beim Detailhandel bewertet, während in der Tourismusbranche die guten Frequenzen über die Festtage und zum Jahreswechsel ein erfreuliches Resultat der gesamten Wintersaison 1999/2000 erwarten liessen.
BIP-Wachstum von über drei Prozent erwartet
Auf Grund der Befragung, die sich bisher als zuverlässiger Indikator des kurzfristigen Wirtschaftsverlaufs in der Schweiz erwiesen hat, leitet die UBS für das letzte Quartal 1999 ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 2,8 Prozent ab. Für das erste Quartal 2000 wird auf Grund des vorliegenden Trendbarometers gar mit einem BIP-Wachstum von 3,1 Prozent gerechnet. Insgesamt meldeten in der jüngsten Umfrage 60 Prozent der Unternehmen einen steigenden Auftragseingang für das letzte Quartal 1999. Die Erträge hätten sich dabei allerdings weniger dynamisch entwickelt als die Umsätze. Die Zahl der insgesamt Beschäftigten lag Ende Dezember nur geringfügig über dem Stand des Vorjahres. Dennoch drückte der höhere Personalaufwand zusammen mit den anziehenden Rohstoffpreisen auf die Ertragslage, wie es heisst.
SRI und Agenturen
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