Schweizer Wirtschafts-Minister verlangt von der Landwirtschaft mehr Markt
Wirtschaftsminister Pascal Couchepin will noch mehr Markt in die Landwirtschaft bringen. Der Staat werde die Landwirtschaft weiter unterstützen. Die Anzahl Bauern werde aber weiter zurückgehen, sagte er in einem Interview mit der "Berner Zeitung".
Couchepin betonte, das vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) ausgearbeitete Strategiepapier «Horizont 2010» sei eine Diskussionsgrundlage, die kritisiert werden dürfe und müsse. Staat und Bauern müssten gemeinsam Lösungen für die Zukunft suchen.
Im Papier wird vorgeschlagen, die Milchkontingentierung und Marktstützungs-Massnahmen abzubauen. Bauern müssten Unternehmer werden und sich dem Markt anpassen, erklärte Couchepin.
Struktur bereinigen
Der Staat werde die Landwirtschaft weiterhin mit fast vier Milliarden Franken pro Jahr unterstützen. Es werde aber weitere Strukturanpassungen geben, so dass wahrscheinlich noch während mehreren Jahren zwei bis drei Prozent der Bauernbetriebe pro Jahr in der Schweiz eingehen würden.
Die Schweizer Landwirtschaftspolitik werde den Entwicklungen der WTO in den nächsten zehn Jahren wahrscheinlich standhalten, sagte Couchepin weiter. Der vom Volk mit dem Ja zum Agrarartikel vorgespurte Weg müsse jetzt weitergegangen werden.
Die Ökologie sei aber kein Hauptziel mehr. Die ökologischen Ausgleichsflächen hätten seit 1992 von 30’000 auf 90’000 Hektaren zugenommen. Zumindest gesetzgeberisch gäbe es deshalb keinen Handlungsbedarf mehr.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch