Schweizerische Nationalbank mit Gewinnverdoppelung und Rekordreserven
Der Dollarhöhenflug hat der Schweizerischen Nationalbank (SNB) 1999 beinahe zu einer Verdoppelung ihres Gewinns und zum Anstieg der Reserven auf einen neuen Rekordstand von 38 Milliarden Franken verholfen.
Der Dollarhöhenflug hat der Schweizerischen Nationalbank (SNB) 1999 beinahe zu einer Verdoppelung ihres Gewinns und zum Anstieg der Reserven auf einen neuen Rekordstand von 38 Mrd. Franken verholfen. Bund und Kantone erhalten wiederum 1,5 Mrd. aus den vollen Kassen der Notenbank.
In dem am Freitag (07.04.) veröffentlichten Geschäftsbericht 1999 der SNB werden die anfangs Jahr veröffentlichten Eckdaten zur Erfolgsrechnung im Detail erläutert. Der Gesamterfolg der Nationalbank stieg demnach im Vorjahresvergleich um 86 Prozent auf 4,5 Mrd. Franken. Der Gewinnsprung ist das Resultat von Wechselkursgewinnen auf den Devisenreserven, während die Erträge aus den Anlagen der Devisen und der Wertschriften wegen des Zinsanstiegs massiv zurückgingen.
Die Wechselkursgewinne schlugen mit 4,1 Mrd. Franken zu Buche, nachdem im Vorjahr ein Verlust von 871 Mio. Franken eingetreten war. Allein der Dollaranstieg bescherte einen Buchgewinn von 3,2 Mrd. Franken.
Der Ertrag aus Devisenanlagen schrumpfte demgegenüber um 2,7 Mrd. Franken auf noch 373 Mio. Franken. Der Wertschriftenertrag schwand um 86 Prozent auf 31 Mio. Franken. Beim Bruttoertrag resultierte ein Minus von 79 Prozent auf noch 760 Mio. Franken. Der Nettoertrag ging wegen eines vor allem durch Zinszahlungen für Anlagen des Bundes aufgeblähten Gesamtaufwands sogar um 91 Prozent auf 296 Mio. Franken zurück.
Gemäss der noch bis Ende 2002 geltenden Vereinbarung mit dem Bundesrat werden auch dieses Jahr aus dem Gesamterfolg 1,5 Mrd. Franken an die öffentliche Hand ausgeschüttet. Die Kantone erhalten zwei Drittel, ein Drittel geht an den Bund. Die verbleibenden knapp drei Mrd. Franken legt die Notenbank auf die hohe Kante. Dort liegt mittlerweile ein Rekordbetrag von knapp 38 Mrd. Franken.
Aussichten auf höhere Gewinnausschüttung
Angesichts der dicken Reservepolster und der erweiterten Möglichkeiten zur Bewirtschaftung der Reserven wird sich die Nationalbank unabhängig von den anstehenden Goldverkäufen zum «Goldesel» für die öffentliche Hand entwickeln. Zwar ist das Gewinnausschüttungskonzept für die Jahre 2003 bis 2007 mit dem Bundesrat noch nicht ausgehandelt. Spitzenvertreter der Notenbank haben aber bereits eingeräumt, dass dieses Abkommen deutlich höhere Ausschüttungen als bisher vorsehen wird.
Wirtschaft in blendender Verfassung
In der Chronik über die Wirtschaftsentwicklung und die Geldpolitik des vergangenen Jahres zeichnet die Nationalbank ein Bild, das schon lange nicht mehr so positiv ausgefallen ist. SNB-Präsident Hans Meyer und Bankratspräsident Eduard Belser halten denn auch im Vorwort fest: «Wir sind heute dem Ziel einer ausgewogenen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung – angemessenes reales Wachstum, hohe Beschäftigung, tiefe Teuerung – näher als seit vielen Jahren. Dazu haben nicht zuletzt die günstigen monetären Rahmenbedingungen beigetragen.»
swissinfo und Agenturen
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