SCUD-Raketenteile am Flughafen Zürich sichergestellt
Die Bundespolizei hat am vergangenen Donnerstag (06.04.) im Transit des Flughafens Zürich-Kloten einen 44-jährigen taiwanesischen Geschäftsmann verhaftet. Dieser steht im dringenden Verdacht, Libyen mit Bestandteilen von SCUD-Raketen zu beliefern.
Die Bundespolizei hat am vergangenen Donnerstag (06.04.) im Transit des Flughafens Zürich-Kloten einen 44-jährigen taiwanesischen Geschäftsmann verhaftet. Dieser steht im dringenden Verdacht, Libyen mit Bestandteilen von SCUD-Raketen zu beliefern.
Gemäss Informationen der Bundesanwaltschaft vom Mittwoch (12.04.) war der Geschäftsmann nach Tripoli unterwegs. Er war aus Taiwan via Hongkong in Zürich eingetroffen. In seinem Reisegepäck führte er mechanische Teile mit sich. Diese wurden als Komponenten des Antriebs-Aggregates von SCUD-Raketen identifiziert.
Wegen Verdachts der Widerhandlung gegen das Kriegsmaterialgesetz hat die Bundesanwaltschaft ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren eröffnet. Der mutmassliche Händler von SCUD-Raketenteilen befindet sich in Untersuchungshaft.
Bei den SCUD handelt es sich laut Bundesanwaltschaft um Raketen russischer Entwicklung. Sie wurden in zahlreiche Länder, darunter Libyen, exportiert und in andern Ländern nachgebaut. Sie haben eine Reichweite von 300 bis 550 Kilometer und können Gefechtsköpfe zwischen 600 und 985 Kilogramm Gewicht befördern. Diese können konventionell mit Sprengstoff bestückt werden, aber auch mit nnuklearem oder chemischem Kampfstoff.
SCUD-Raketen wurden unter anderem im Krieg zwischen Iran und Irak eingesetzt. Während des Golfkrieges 1991 wurden SCUD-Raketen von Irak aus gegen Ziele in Israel und Saudiarabien abgefeuert.
swissinfo und Agenturen
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