The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Debatten
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Starke Banken, starker Franken

Der Schweiz käme eine Erosion des Finanzplatzes teuer zu stehen. Keystone

Das Bankgeheimnis sowie die Zurückhaltung der Schweiz beim internationalen Austausch von Steuer-Informationen seien mit allen Mitteln zu verteidigen, fordert eine Créa-Studie.

Der Finanzplatz Schweiz liegt absolut gesehen hinter den USA, Grossbritannien, Japan, Deutschland und Frankreich, wie eine Studie des Westschweizer Forschungsinstituts Créa zeigt.

Ein berechneter Finanzindex widerspiegelt darin die Dimensionen der sechs wichtigsten Finanzzentren der Welt am Ende des 20. Jahrhunderts. Berücksichtigt wird darin die Bedeutung der Kapital- und Devisenmärkte.

Bei der Börsen-Kapitalisierung liegt die Schweiz weltweit auf Rang acht. Der Schweizer Aktienmarkt bringt es im Verhältnis zur gesamten Börsen-Kapitalisierung weltweit auf 2,8 Prozent. Etwas weniger bedeutend ist der Obligationenmarkt mit 1,7 Prozent.

Das Gewicht der Aktien- und Obligationenmärkte kommt auch hier im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt erst richtig zum Ausdruck. Die gesamte Börsen-Kapitalisierung beträgt laut Créa-Studie knapp das Vierfache des jährlichen Schweizer BIP.

Eckpfeiler Vermögensverwaltung

Spiegelbild des florierenden Finanzplatzes ist die international starke Stellung der Schweizer Banken. Ein wichtiger Eckpfeiler ist dabei die Vermögensverwaltung. Ende 1999 verwalteten die Schweizer Banken Vermögen von total rund 4 Billionen Franken.

Die Bedeutung des Finanzplatzes widerspiegelt sich ferner in der Rolle des Schweizer Frankens im Devisenhandel. Nach dem US-Dollar, der Deutschen Mark, dem japanischen Yen und dem britischen Pfund war der Franken im April 1998 die fünftwichtigste Weltwährung.

Weltweiter Spitzenwert

Der Finanzplatz habe einen häufig verkannten positiven Einfluss auf die Schweizer Volkswirtschaft. Er generiere rund 14 Prozent der gesamten Wertschöpfung – ein weltweiter Spitzenwert. Etwa 5 Prozent aller Schweizer Erwerbstätigen arbeiteten im Finanzsektor.

Ferner generiere der Finanzplatz jeden fünften Steuerfranken. Allein der Bankensektor trage 13,5 Prozent zum gesamten Steueraufkommen bei. Dieser Beitrag sei gemessen an der Wertschöpfung und der Beschäftigung überdurchschnittlich hoch.

Bankgeheimnis und Zinsbonus

Und noch eine Trumpfkarte habe die Schweiz dank ihres Finanzplatzes im Ärmel: Den Zinsbonus. Während das reale Zinsniveau in wichtigen Industrieländern zwischen 1976 und 1998 bei 4 Prozent gelegen habe, sei es in der Schweiz nur halb so hoch gewesen.

Zwei Gründe machen die Créa-Forscher für dieses Phänomen aus: das Bankgeheimnis und die Zurückhaltung der Schweiz beim internationalen Austausch von Steuer-Informationen. Diese Schweizer Eigenheiten gelte es mit allen Mitteln zu verteidigen.

Ob dies gelinge, bleibe angesichts der «Muskelspiele» etwa der EU ungewiss, so die Créa-Forscher. Standfestigkeit lohne sich jedoch. Der Schweiz käme eine Erosion des Finanzplatzes jedenfalls teuer zu stehen, nicht zuletzt mit Blick auf den Sozialstaat.

swissinfo und Agenturen

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft