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Studie zu Konsumgüterpreisen in Europa besagt: Die Schweiz ist nicht das teuerste Land!

Wer sich in Europa auf Einkaufs-Tour begibt, sollte dies nicht unbedingt in Finnland tun. Denn dort sind die Preise am höchsten. Knapp gefolgt von Grossbritannien und Irland. "Erst" auf Rang vier folgt die Schweiz.

Wer sich in Europa auf Einkaufs-Tour begibt, sollte dies nicht unbedingt in Finnland tun. Denn dort sind die Preise am höchsten. Knapp gefolgt von Grossbritannien und Irland. «Erst» auf Rang vier folgt die Schweiz. Am billigsten sind Konsumgüter in Spanien und Portugal.

Die weitverbreitete Annahme, die Schweiz sei das teuerste Land, bestätigt sich somit nicht, wie eine Studie von Reader’s Digest zeigt, die am Donnerstag (25.11.) veröffentlicht wurde.

Eine Schlüsselrolle bei den unterschiedlichen Preisen spielt der Studie zufolge die Mehrwertssteuer, die in der EU keine einheitlichen Sätze kennt. Mit Ausnahme Dänemarks gibt es in allen Ländern zwei Mehrwertssteueransätze und zwar den vollen beziehungsweise reduzierten Ansatz. Letzterer reicht – je nach Ware – von 5 Prozent in England bis zu 17 Prozent in Finnland. Der volle Satz bewegt sich zwischen 15 Prozent in Luxemburg und 25 Prozent in Dänemark und Schweden. Am niedrigsten sind die Sätze in der Schweiz: 2,3 beziehungsweise 7,5 Prozent.

Von Bedeutung für die Konsumgüterpreise sind auch Sondersteuern: Beim Kauf eines Autos in Spanien wird neben der Mehrwertsteuer eine Sondersteuer von 23 Prozent berechnet, in Finnland eine solche von 90 Prozent. Alle Rekorde bricht Dänemark mit einer Extrasteuer von 193 Prozent.

Auch auf Wein und Spirituosen werden in zahlreichen Staaten Sondersteuern erhoben. In Italien werden 20 Prozent auf den Nettopreisen für Spirituosen aufgeschlagen, in Grossbritannien 48 Prozent und in Finnland 64 Prozent. Wein hingegen ist in den südlichen Nachbarn der Schweiz steuerfrei.

Laut Experten werden sich die Preise in Zukunft auf einem einheitlichen Niveau einpendeln, obwohl es immer Abweichungen geben werde. Ein weiterer Trend sei die Abwicklung von Geschäften über Internet, damit die hohen Steuersätze umgangen werden können.

Die Studie verglich die Preise von Konsumgütern im Juni 1999, und zwar in allen EU-Ländern (mit Ausnahme Griechenlands) sowie Norwegen und der Schweiz. Untersucht wurden die Preise in Supermärkten, Warenhäusern und Fachgeschäften auf Basis der Einheitswährung Euro. In Ländern ohne Euro wurden die Preise umgerechnet.

SRI und Agenturen

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