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Sulzer Medica will Vergleich über US-Sammelklagen

Keystone Archive

Sulzer Medica will sich mit einem Vergleich aus dem Debakel mit verschmutzten Hüft- und Kniegelenken befreien. Zusammen mit Sammelklägern hat der Konzern einen Vorschlag ausgearbeitet. Dabei sollen Patienten mit bis zu 164'000 Franken entschädigt werden.

Sulzer Medica und seine US-Tochter Sulzer Orthopedics haben beim Bundesgericht in Ohio eine Verfügung beantragt, um hängige Klagen aufzuschieben und alle Ansprüche von Patienten in einem Vergleich fair und zügig zu entscheiden. Dies teilte das Winterthurer Unternehmen am Mittoch (15.08.) im Zusammenhang mit den zurückgerufenen Hüftgelenk- und Knie-Implantaten mit.

Der Vergleichs-Vorschlag sei mit Vertretern der Sammelkläger ausgehandelt worden, heisst es in der Mitteilung. Er sehe zusätzlich zu den Reoperationskosten substanzielle Zahlungen für Patienten vor.

Die Zahlungen seien für Sulzer Medica trotz ungenügender Versicherungsdeckung über die nächsten Jahre verteilt finanziell verkraftbar.

Konkret sollen mehrfach reoperierte Patienten neben den Kosten eine Entschädigung von 97’500 Dollar in bar (rund 164’000 Franken) oder Beteiligungen erhalten; einmalig reoperierte Patienten sollen mit 57’500 Dollar entschädigt werden. Zahlungen seien auch für Lebenspartner der Betroffenen vorgesehen.

Patienten, die ein Hüft- oder Knie-Implantat erhielten und nicht reoperiert werden müssen, sollen 2’750 Dollar erhalten. Bis jetzt betrage die Zahl der Reoperationen von Hüft-Implantaten 2’353 und die der Schienbein-Plattten 280.

Aufgrund interner Abklärungen rechnet Sulzer Medica mit insgesamt rund 4’000 Hüft- und Knie-Operationen. Die Anzahl der Klagen sei unverändert bei 1’029 für Hüft-Implantate und 2 für Schienbein-Platten.

Finanzierung durch Versicherung und Gewinn-Abschöpfung

Zur Summe der offerierten Zahlungen machte Sulzer Medica zunächst keine Angaben, sie soll sich dem Vernehmen nach aber auf 500 bis 700 Mio. Dollar belaufen.

Finanzieren will Sulzer Medica die Entschädigungen mit der Versicherungsdeckung und aus jeweils 50% des erarbeiteten Netto-Einkommens des Konzerns über die nächsten Jahre (maximal kumuliert 50 Mio. Dollar pro Jahr). Für die Entschädigung in Beteiligungen ist die Schaffung von autorisiertem Kapital vorgesehen.

swissinfo und Agenturen

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