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Swiss-Chef Dosé droht

Die Verhandlungen rund um die Anstellungs-Bedingungen der Swiss-Piloten sind weiterhin von Misstönen begleitet.. Keystone

Die Crossair und der Verband der Swissair-Piloten Aeropers haben sich über die Eckwerte eines zukünftigen GAV geeinigt. Die Crossair-Piloten sind sauer.

Der Durchbruch in den Verhandlungen zwischen Crossair-Geschäftsleitung und dem Verband der Swissair-Piloten Aeropers für einen neuen Gesamt-Arbeitsvertrag (GAV) gelang am Mittwoch. Die Einigung betreffe insbesondere das Senioritätsprinzip, Karriereplanung, Pensionskassen- und Gehaltsfragen, teilten beide Seiten mit.

Die ausgehandelten Eckwerte trügen dem Business-Plan Phoenix Plus Rechnung. Die dafür notwendige Kostenreduktion um 35 Prozent bei den ehemaligen Swissair-Piloten sei mit verschiedenen Massnahmen realisiert worden. Eine auf den gleichen Eckwerten basierende Vertragsofferte werde auch dem Crossair- Pilotenververband (CCP) unterbreitet, hiess es weiter.

Der CCP hatte sich am Sonntag von den Verhandlungen mit der Crossair-Geschäftsleitung und Aeropers zurückgezogen, weil er das vorgesehene Lohnsystem als unfair betrachtete. Es bevorteile die Piloten der ehemaligen Swissair auf Kosten der Crossair-Piloten, kritisierte der CCP.

CCP spricht von Vertragsbruch

CCP-Verbandspräsident Thomas Häderli bezichtigte am Mittwoch die Crossair des Vertragsbruchs. Aeropers sei kein Verhandlungspartner für die Crossair, Verhandlungspartner sei vielmehr der CCP.

Der CCP könne diesen Vertragsbruch nicht tolerieren und sei daher mit einer Klage ans Schiedsgericht gelangt, sagte Häderli. Bis Ende Monat werde das Schiedsgericht über die Klage entscheiden.

Dosé fordert Zustimmung

Darauf erhöhte am Mittwoch Swiss-Chef André Dosé den Druck auf die Crossair-Piloten. In einem Brief rief er sie auf, den ausgehandelten GAV-Eckwerten zuzustimmen. Mit dem neuen GAV werde es zwar eine gewisse Ungleichbehandlung geben, schreibt Dosé gemäss einem Bericht von Radio DRS.

Die Crossair-Piloten erhielten aber mehr Lohn als bisher und könnten sich mit 57 statt wie heute mit 60 Jahren pensionieren lassen. Zudem erhielten manche von ihnen die Chance, grössere Flieger zu steuern.

Aufspaltung angedroht

Dies alles sei eine 16-prozentige Verbesserung gegenüber dem geltenden GAV, heisst es in dem Brief. Diese Erhöhung sei auf die Löhne, Pensionszahlungen und Beteiligungsscheine aufgeteilt.

Sollten die Crossair-Piloten das vorliegende Angebot nicht annehmen, sehe er sich gezwungen, die neue Airline Swiss in eine regionale und eine überregionale Gesellschaft mit unterschiedlichen Arbeitsbedingungen aufzuspalten.

Im Kurzstreckenbereich würden die Piloten dann zu den alten und schlechteren Crossair-Bedingungen angestellt. Dosé könne den Crossair-Piloten nicht mehr anbieten, da er sonst die Vorgabe des Business-Plans nicht einhalten könne.

swissinfo und Agenturen

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