UBS mit Gewinnsprung von 138 Prozent
Die Grossbank UBS hat im zweiten Quartal 2000 an das gute Ergebnis des ersten Quartals angeknüpft. Der Reingewinn nach Steuern machte gegenüber dem Vorjahresquartal einen Sprung um 138 Prozent auf 2,052 Mrd. Franken.
Beim Halbjahresgewinn ergab sich eine Zunahme um 10,6 Prozent auf 4,268 Mrd. Franken. Der Personalbestand sank insgesamt um 413 auf 47’744 Beschäftigte, vor allem wegen des fusionsbedingten Stellenabbaus in der Geschäftseinheit Privat- und Firmenkunden in der Schweiz.
Bei den einzelnen Konzernbereichen strich UBS- Finanzchef Arnold am Dienstag (22.08.) an einer telefonischen Medienkonferenz namentlich die positive Entwicklung der UBS Schweiz hervor. Diese zeigte fürs zweite Quartal einen Gewinn vor Steuern von 1,411 Mrd. Franken, einen Drittel mehr als ein Jahr zuvor.
Die elektronischen Dienstleistungen in der Schweiz wurden weiter ausgebaut; mehr als 18 Prozent aller Zahlungsaufträge und elf Prozent aller Börsen- Transaktionen von UBS Schweiz werden mittlerweile über so genannte E-Banking-Kanäle abgewickelt. In Deutschland werden ähnliche Angebote und Dienstleistungen von UBS Warburg im kommenden Herbst angeboten.
Die von der UBS verwalteten Vermögen gingen um drei Prozent auf 1,711 Billionen Franken zurück. Erklärt wurde dies vorwiegend mit negativen Markttrends und erwarteten Kundenverlusten im institutionellen Vermögensverwaltungsgeschäft.
Zuversichtlich zeigte sich Arnold mit Blick auf die bevorstehende Übernahme der amerikanische Gesellschaft PaineWebber. Die Transaktion soll im vierten Quartal abgeschlossen werden. Zur Finanzierung wird den Aktionären, wie berichtet, eine massive Kapitalerhöhung beantragt. Arnold schloss weitere, aber kleinere
Übernahmen in den USA nicht aus.
Verkauf der Solothurner Bank
Die UBS gab gleichentags weiter bekannt, dass sie die Solothurner Bank (SoBa) an die Basler Versicherung (Bâloise) verkaufen wird. Die Grossbank erfüllt damit eine Auflage der Wettbewerbskommission.
Für die Bâloise ist die Übernahme der (SoBa) laut Konzernchef Rolf Schäuble ein konsequenter Schritt bei der Umsetzung der Allfinanz-Pläne. Unter Beibehaltung der universalen Bankdienstleistungen in der Region wird schrittweise die landesweite Präsenz als Vermögens- und Vorsorgebank geplant.
Für die rund 400 Beschäftigten der SoBa soll der Besitzerwechsel keine unmittelbaren Folgen haben. Laut Bâloise steht ein Stellenabbau nicht zur Diskussion.
Zum Preis der Transaktion vereinbarten die beiden Konzerne Stillschweigen. Bei der UBS hiess es auf Anfrage lediglich, der Verkauf werfe einen Gewinn von rund 20 Mio. Franken ab.
Die SoBa hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die einstige Solothurner Kantonalbank war im Zuge der Übernahme der Bank in Kriegstetten (BIK) sowie der Krise auf dem Immobilienmarkt Anfang der 90-er Jahre an den Rand des Ruins geraten. Nach einem milliardenschweren Abschreiber wurde die Bank als erste Kantonalbank 1995 voll privatisiert und vom Bankverein, der später mit der Bankgesellschaft zur UBS fusionierte, übernommen.
swissinfo und Agenturen
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