Unctad X in Bangkok eröffnet
Uno-Generalsekretär Kofi Annan (Bild) hat am Samstag (12.02.) in Bangkok die 10. UNO-Konferenz über Handel und Entwicklung (Unctad X) eröffnet. Die Schweiz will sich an der Konferenz für eine grössere Transparenz und Effizienz der Unctad einsetzen.
Unter Protesten von Gegnern einer Globalisierung hat am Samstag (12.02.) die 10. UNO-Konferenz über Handel und Entwicklung (Unctad X) in Thailands Hauptstadt Bangkok begonnen. Die Schweiz will sich an der Konferenz für eine grössere Transparenz und Effizienz der UNO-Organisation einsetzen. Gleichzeitig will Bern für eine verstärkte Unterstützung der ärmsten Länder plädieren.
Acht Tage lang beraten mehr als 3’000 Delegierte aus 190 Mitgliedsländern über die Folgen der weltweiten Öffnung und Vernetzung der Märkte vor allem für Entwicklungsländer. UNO-Generalsekretär Kofi Annan (Bild) forderte die Teilnehmer auf, «nicht das Ziel aus dem Blick zu verlieren, dass von einer neuen Weltwirtschaft alle profitieren müssen».
Viele arme Staaten seien wegen zahlreicher Handelsschranken der Industrienationen von der Globalisierung bislang noch immer ausgeschlossen, kritisierte Annan. Gleichzeitig seien die Entwicklungsländer und speziell ihre Regierungen in der Pflicht zu verstärkten Anstrengungen, betonte der UNO-Generalsekretär.
Kurz vor Eröffnung der Konferenz forderten in der Nähe des Tagungsortes etwa 500 Menschen friedlich mehr Einfluss für die Unctad und weniger Macht für die Welthandelsorganisation WTO, die «nur eine Diktatur der reichen Länder ist.» Auf Transparenten hiess es: «Freihandel ist kein fairer Handel» und «Nieder mit Weltbank und Weltwährungsfonds».
Etwa 1000 Polizisten hinderten die Teilnehmer daran, bis zum Konferenzgebäude vorzudringen. Die Organisatoren kündigten für die nächsten Tage weitere Proteste an. Zum Treffen werden auch Weltbank-Präsident James Wolfenson, IWF-Chef Michael Camdessus und WTO-Generalsekretär Mike Moore erwartet.
Die Schweiz will sich an der Konferenz für eine grössere Transparenz und Effizienz der UNO-Organisation einsetzen. Gleichzeitig will Bern für eine verstärkte Unterstützung der ärmsten Länder plädieren.
Die siebenköpfige Schweizer Delegation wird von Staatssekretär David Syz geleitet. Die «Unctad X» dauert bis zum19. Februar. Die 190 Mitgliederländer der UNCTAD treffen alle vier Jahre zu einer Konferenz zusammen.
Die Unctad wurde 1964 gegründet und setzt sich für Handelserleichterungen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern ein. Mit der Gründung des GATT (Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen) sowie der Nachfolgeorganisation WTO 1995 hat sie an Bedeutung verloren.
SRI und Agenturen
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