UNESCO-Weltkulturerbe: Positive Empfehlung für Kastelle von Bellinzona
Der Aufnahme der drei Kastelle von Bellinzona ins Weltkulturerbe der UNESCO scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Die Institution hat eine positive Empfehlung im Hinblick auf den Entscheid abgegeben, der im November in Australien fallen wird.
Das Büro des Weltkulturerbes habe vergangene Woche in Paris einstimmig beschlossen, die Kastelle zur Aufnahme auf die Liste des Weltkulturerbes vorzuschlagen, bestätigte Francesca Gemnetti, Präsidentin der Schweizer UNESCO-Kommission, am Samstag (01.07.) auf Anfrage eine Meldung der Tessiner Zeitung «La Regione».
Bundesrat Joseph Deiss sei am Freitag direkt von UNESCO- Generaldirektor Koïchiro Matsuura informiert worden, erklärte ein Sprecher des Aussendepartementes gegenüber der Nachrichtenagentur sda.
Nicht unbestritten
Die Tessiner Kandidatur musste im vergangenen Dezember einen Rückschlag hinnehmen. Die UNESCO entschied in Marokko, das Dossier nochmals zu prüfen. Das zuständige Gremium äusserte Zweifel an Renovationsarbeiten an den Kastellen. Im April lobten UNESCO- Vertreter beim Besuch der Kastelle die Renovationsarbeiten allerdings.
Aber auch in der Schweiz ist die Kandidatur der Bellinzoneser Kastelle nicht unbestritten. Insbesondere das Bundesamt für Kultur und die Schweizer Sektion des internationalen Rats für Denkmalpflege (ICOMOS) äusserten Zweifel. Eingereicht worden war die Kandidatur 1997 vom damaligen Aussenminister Flavio Cotti.
Bisher stehen drei Schweizer Denkmäler auf der Kulturliste der UNESCO: Die Berner Altstadt, der Klosterbezirk in St. Gallen sowie das Benediktinerinnenkloster St. Johann in Münster GR.
Neu dazukommen als Naturdenkmal könnte die Region Jungfrau- Aletsch. Der Bundesrat hat dieser Kandidatur erst am vergangenen Mittwoch zugestimmt. Weltweit umfasst die UNESCO-Liste inzwischen mehr als 630 Kulturgüter.
swissinfo und Agenturen
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