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Volkszählung: Erwartungen übertroffen

Weit über 90 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer liessen sich an der Volkszählung pflichbewusst zählen. Keystone

Das Bundesamt für Statistik (BFS) zieht eine positive Bilanz über die Volkszählung 2000. Sowohl die Einhaltung der Termine als auch die Qualität der Antworten hätten die Erwartungen übertroffen, hiess es an einer Pressekonferenz (25.06.). Ende 2001 sollen erste Ergebnisse vorliegen.

Die Gesamtrücklauf-Quote sei ausgezeichnet, sagte BFS-Vizedirektor Werner Haug vor den Medien. Darin zeige sich eine Bürgerdisziplin, um die das Ausland die Schweiz beneide.

Der Umstand, dass über 90 Prozent der Fragebogen im ersten Anlauf zurückgegeben wurden, zeuge einerseits vom Pflichtbewusstsein der meisten Bürgerinnen und Bürger. Anderseits deute das rege Mitmachen darauf hin, dass nach der «Fichenaffäre» von 1990 das Vertrauen in die Volkszählung wiedergewonnen werden konnte, hiess es.

Mahnungen mit Folgen

Insgesamt wurden 10.8 Mio. Fragebogen verteilt. Nach schriftlichen und telefonischen Mahnungen wurde die Zahl der zurückerhaltenen Bogen auf rund 97,3% des erwarteten Totals gesteigert. Die Restfälle werden den zuständigen Gemeinden weitergeleitet, die maximal 1’000 Franken finanzielle Entschädigungen einfordern können.

Gegenwärtig laufen noch 110’000 Mahnverfahren. 55’000 Fragebogen sind noch ohne Antwort.

Gut 4 Prozent per Internet

Ihre Antworten per Internet abgegeben haben gemäss BFS 120’000 Haushalte mit rund 280’000 Menschen. Damit haben 4,2% der Bevölkerung von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, die erstmals überhaupt möglich war.

Dies sei zwar ein Erfolg, sagte Werner Haug. Zur Kostensenkung wäre indes eine Beteiligung von 15 bis 20 Prozent nötig gewesen.

Auch Schwachstellen

Die positive Gesamtbilanz dürfe aber nicht über gewisse Schwachstellen hinwegtäuschen, teilt das BFS weiter mit. So haben die Adressierung der Umschläge, welche nur an den Ehegatten gerichtet waren, der Gleichstellung von Frau und Mann nicht genügend Rechnung getragen.

Auch seien die Arbeiten im Vorfeld der Volkszählung durch die uneinheitliche Struktur und den Koordiantions-Mangel der Einwohner-Register erheblich gebremst worden.

Die nächste Volkszählung setze eine tief greifende Reform der Verwaltungs-Register voraus, sagte Direktor Carlo Malaguerra. Eine vom BFS geleitete Experten-Gruppe von Bund, Kantonen und Gemeinden werde im Herbst eine Initiative zur Harmonisierung der Register lancieren.

Erste Ergebnisse Ende Jahr

Erste Ergebnisse zur Volkszählung sowie zum Gebäude- und Wohnungsbestand werden bis Ende Jahr erwartet. Die vollständigen und definitiven Ergebnisse sollen bis im Herbst 2002 vorliegen. Ab 2003 ist zudem eine Reihe wissenschaftlicher Analysen geplant.

swissinfo und Agenturen

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