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Französischunterricht soll aus Schwyzer Primarschulen verschwinden

Keystone-SDA

Kantonsrat Schwyz stützt Verschiebung des Französischunterrichts Zwei Fremdsprachen überfordern nach Ansicht des Kantonsrats Schwyz die Primarschule. Das Parlament hat sich deswegen am Mittwoch dafür ausgesprochen, dass Französisch künftig erst in der Sekundarstufe unterrichtet werden solle.

(Keystone-SDA) Das Parlament hiess am Mittwoch ein Postulat von Julia Cotti (FDP) mit 76 zu 20 Stimmen gut. Cotti wolle mit der Verschiebung des Französischunterrichts nicht das Erlernen des Französisch in Frage stellen. Zuerst müssten aber die Basiskompetenzen sitzen, sagte sie im Kantonsrat.

Cotti forderte den Regierungsrat deswegen auf, den Handlungsspielraum zu nutzen, der den Kanton als Nichtmitglied des Harmos-Schulkonkordats habe. Eine Koordination mit anderen Kantonen sei aber notwendig,

Frust statt Freude

Ueli Kistler (SVP) stellte fest, dass die Umsetzung des Französischunterrichts in der Primarschule seiner Ansicht nach grösstenteils gescheitert sei. Französischunterricht solle Freude machen, doch stattdessen gebe es bei Kindern, Eltern und Lehrerschaft Frust.

Auch die Mehrheit der Mitte unterstützte eine Verschiebung des Französischunterrichts zur Stärkung der Grundkompetenzen. Claudia Rickenbacher (Mitte) sagte, das Deutschniveau an den Primarschulen sei alarmierend.

Französisch oder Englisch verschieben

Ruth von Euw (GLP) sagte, auf der Primarstufe reiche wegen der schwierigen Rahmenbedingungen eine Fremdsprache. Die Fraktion sei sich aber uneins, ob Englisch oder Französisch auf die Oberstufe verschoben werden solle.

Die Fraktion SP/Grüne lehnte das Postulat ab. Ihr Sprecher Martin Raña sagte, mit der Verschiebung einer Fremdsprache an die Oberstufe könnten nicht einfach alle Probleme gelöst werden. Es könnten auch neue Probleme entstehen, etwa wenn Familien umziehen würden. «Es darf auf keinen Fall eine Schwyzer Lösung geben», forderte Raña.

Kantone müssen sich einigen

Dieser Meinung war auch der Regierungsrat. Weder der Kanton Schwyz noch die Zentralschweiz wollten eine Insellösung, sagte Erziehungsdirektor Michael Stähli (Mitte). Die Kantone müssten sich auf eine neue Lösung zum Fremdsprachenunterricht einigen.

Der Erziehungsrat hatte das Anliegen, den Französischunterricht zu verschieben, bereits aus eigenem Antrieb aufgenommen. Neben einer Stärkung des Deutschunterrichts erwartet er auch eine Stärkung des Mathematikunterrichts. Zudem sei das Frühfranzösisch nur mässig erfolgreich, teilte er im Herbst 2025 mit.

Im Kanton Schwyz lernen die Kinder ab der 5. Klasse Französisch als zweite Fremdsprache. Englisch wird ab der 3. Klasse unterrichtet. Zuletzt hatte sich in der Zentralschweiz der Kantonsrat Obwalden für eine Überprüfung des Französischunterrichts ausgesprochen.

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