Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Was haben Kampfjets mit Schweizer Demokratie zu tun? Wieso zerstört der Staat die Artenvielfalt? Wo liegt der Schlüssel zur Energiewende? Viel Spass bei den Antworten.
Herzliche Grüsse
Die Schweizer meinen es ernst mit ihrer direkten Demokratie. Sogar in jedem Kampfjet fliegt sie mit.
Die Schweizer Armee braucht einen neuen Kampfflieger. Da geht nichts mehr ohne das Volk. Dieses stimmt Ende September über einen Kredit von sechs Milliarden Franken ab.
Der Urnengang steht dafür, dass das Schweizer Volk die Sicherheitspolitik des Landes demokratisiert hat. Dies über die Volksrechte der Initiative und Referendum.
Seit 1977 hat die Schweiz nicht weniger als 24 Mal über Armee- und Rüstungsvorlagen abgestimmt. Unter dem Strich wurde so eine Reihe von Reformen angestossen, etwa die Verkleinerung der Armee. Andererseits haben die Abstimmungen das Vertrauen des Volkes in die Armee gestärkt.
- «Die direkte Demokratie fliegt in jedem Schweizer Kampfjet mit» – mein Artikel über die Demokratisierung der Sicherheitspolitik.
- «Abstimmung: Soll die Schweiz neue Kampfjets kaufen?» Unser Schwerpunkt zur Abstimmung vom 27.9.2020.
- Was meinen Sie: Soll die Schweiz neue Kampfjets kaufen oder nicht? Was spricht in Ihren Augen dafür, was dagegen? Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung!
Mehr
Der Schlüssel zur Erfüllung der Energie- und Klimaziele steckt tief in der Erde: Fachleute wollen verstärkt auf die Geothermie setzen.
Erdöl ist einer der Hauptverursacher der Klimakrise. Da bietet sich doch die Energiegewinnung aus Erdwärme – wir sprechen von heissem Wasser und heissem Gestein – als geniale Lösung an.
Zwar wird in der Schweiz schon heute die Erdwärme angezapft. Dies vor allem über Wärmesonden. Der Anteil, heute noch sehr klein, soll bis 2050 auf sieben Prozent gesteigert werden.
Doch den hehren Absichten weht ein steifer Wind entgegen: Die Schweiz hat noch nicht vergessen, dass es 2006 und 2013 in Basel und St. Gallen zu kleineren Erdbeben gekommen ist. Ursache waren Tiefenbohrungen für Geothermieprojekte.
- «Die Schweiz setzt weiterhin auf Geothermie» – Beitrag meines Genfer Kollegen Simon Bradley.
- «Die Technologien sind da, jetzt braucht es Markt» – unser Interview mit Energieexperte Rolf Wüstenhagen (Archivbeitrag von 2017)
Minus 37 Filialen, bis 500 Jobs gestrichen: Die Restrukturierungswelle bei der Credit Suisse wird auch die Schweiz stark treffen.
Jetzt also auch der Heimmarkt: Mit einem harten Programm – unter anderem der Ausdünnung des Filialnetzes von 146 auf 109 Standorte – will die kleinere der beiden Schweizer Grossbank jährliche Kosten von 100 Mio. Franken sparen. Es ist dies die erste grosse Duftmarke, die der neue CEO Thomas Gottstein setzt.
Beobachter rechnen mit bis zu 500 Entlassungen. Die Massnahmen, die 2022 wirksam werden sollen, kosten 75 Mio. Franken. Die CS will die frei werdenden Mittel in Technologie, Marketing und neue Beratende einsetzen.
- «Kahlschlag bei Credit Suisse in der Schweiz»Externer Link – Bericht der Zeitung Blick.
- So schreibt die Neue Zürcher ZeitungExterner Link über den Schnitt (Paywall).
- «Beschattungsaffäre bringt CS-Konzernchef Tidjane Thiam zu Fall» – unser Beitrag zum Rücktritt des Gottstein-Vorgängers Anfang Februar.
In der Schweiz gibt es einen grossen Zerstörer der Biodiversität: Der Staat. Das muss aufhören, fordern Fachleute.
Landwirtschaft, Verkehr, Energiegewinnung: Der Bund pumpt jährliche Subventionen von 40 Milliarden Franken in diese und andere Bereiche.
Das macht uns das Leben billiger und einfacher. Die Kosten aber zahlen Natur und Umwelt – mit dramatischen Verlusten betreffend Lebensräumen und Artenvielfalt.
Laut der internationalen Vereinbarung über Biodiversität, die die Schweiz 2010 unterzeichnete, müsste sie ihren Apparat an umweltschädliche Subventionen bis Ende dieses Jahres stilllegen.
Doch noch immer gibt es über 150 umweltzerstörerische Arten von Staatsbeiträgen. Fachleute – ja, vom Bund – fordern jetzt, dass der Staat nur noch umweltverträgliche Subventionen auszahlen soll.
- «Bund subventioniert Umweltzerstörung jährlich mit 40 Milliarden»Externer Link – Bericht im Tages-Anzeiger (Paywall).
- «Das wilde Tal der hängenden Gärten» – unser kürzlicher Beitrag zu einem ungewöhnlichen Biodiversitäts-Projekt in einem Schweizer Bergtal.
- «Wenn die Bedrohung der Biodiversität von weither kommt» – Kollege Luigi Jorio untersuchte die Auswirkungen von Neophyten auf die heimische Flora und Fauna.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards