Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
In der Schweiz ist es heiss – aussergewöhnlich heiss für den Mai. Trotz Spitzenwerten von bis zu 32,4 °C in Sitten und obwohl die Temperaturen die ganze Woche über die 30-Grad-Marke überschreiten werden, spricht Meteo Schweiz noch nicht von einer Hitzewelle.
Die – ebenfalls verfrühte – Ankündigung der Erhöhung der Krankenkassenprämien für 2027 dürfte in manchen Schweizer Haushalten den Puls zusätzlich in die Höhe treiben. Und niemand scheint in der Lage zu sein, ein System abzukühlen, das seit Jahren überhitzt.
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Die Ankündigung der ewig wiederkehrenden Erhöhung der Krankenkassenprämien erfolgt in der Regel im September. Gestützt auf den Kostenanstieg von 2,9% im ersten Quartal 2026 geht das Bundesamt für Gesundheit (BAG) jedoch bereits jetzt davon aus, dass die Prämien im Herbst um 5% steigen könnten.
2026 decken die Prämien die Kosten nicht vollständig, sagt Philipp Muri, Leiter der Abteilung Versicherungsaufsicht des BAG, am Dienstag vor den Medien. Es sei daher mit einem Nachholeffekt bei den Prämien zu rechnen. Zum jetzigen Zeitpunkt bleiben die Fachleute mit Prognosen zu den Prämien 2027 dennoch zurückhaltend.
Die zahlreichen Gründe für den Kostenanstieg sind schon lange bekannt. Dazu zählen die Alterung der Bevölkerung und neue sowie teure Behandlungsmöglichkeiten. Vor diesem Hintergrund bleibt aus Sicht des BAG die Kostensteuerung zentral.
An diesem Pfingstwochenende verzeichnete die Schweiz ihren ersten starken Temperaturanstieg. Während Grossbritannien und Frankreich von einer Hitzewelle erfasst wurden, blieb die Schweiz unter der Schwelle einer offiziellen Hitzewelle.
Laut Meteo Schweiz ist eine Hitzewelle dadurch gekennzeichnet, dass die Durchschnittstemperatur an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen 25 Grad oder mehr beträgt. Die Durchschnittstemperatur wird anhand der Daten während 24 Stunden berechnet und umfasst somit auch die kühleren Nachtstunden.
Obwohl die Quecksilbersäule am Sonntag und Montag an vielen Orten der Schweiz die 30-Grad-Marke überschritten hat, wurde der Durchschnitt von 25 Grad an diesem Wochenende nirgends erreicht.
Hingegen ist der erste Hitzetag, also ein Tag mit über 30 Grad, dieses Jahr recht früh eingetreten. Auch wenn es sich nicht um einen Rekord handelt, wird dieser Wert langfristig gesehen üblicherweise erst Anfang Juni erreicht.
Diese Hitzeperioden, die immer früher und häufiger auftreten, überraschen die Klimatologin Sonia Seneviratne nicht. Sie sieht darin ein klares Zeichen der vom Menschen verursachten Klimaerwärmung: «Ein Ereignis, das ohne menschlichen Einfluss etwa einmal alle zehn Jahre auftrat, ereignet sich nun drei- oder viermal pro Jahrzehnt», sagt sie gegenüber RTS.
Das Paléo Festival wird den französischen Sänger Patrick Bruel nicht mehr in sein Programm aufnehmen. Der in der französischsprachigen Welt bekannte Star wird zahlreicher Vergewaltigungen und sexueller Übergriffe beschuldigt, darunter ein unangemessenes Verhalten in der Schweiz. Weitere Konzertabsagen könnten folgen.
Wenn Sie weder französischsprachig noch frankophil sind, sagt Ihnen der Name Patrick Bruel vielleicht nichts. Doch in Frankreich, der Schweiz, Belgien und Québec ist der französische Sänger seit fast 40 Jahren eine Bekanntheit, mit riesigen Erfolgen wie «Casser la voix» oder «Place des grands hommes». Seit einigen Monaten beschuldigen ihn jedoch Dutzende von Frauen sexueller Übergriffe oder der Vergewaltigung.
Einer dieser Übergriffe ereignete sich im Rahmen des Paléo Festivals. Der französische Fernsehsender TF1 enthüllte am Sonntag, dass der Sänger 2019 von einer Helferin wegen unangemessenen Verhaltens während einer Massage hinter den Kulissen angezeigt worden war. Während die Affäre in Frankreich immer grössere Wellen schlägt, hat das international bekannte Festival in Nyon seiner Helferin erneut seine Unterstützung zugesichert und mitgeteilt, dass es Patrick Bruel nicht mehr ins Programm aufnehmen werde.
Am Dienstag hat die Organisation des Bellarena Indoor Festivals in Freiburg in einer Mitteilung die Verschiebung des für Ende Juni geplanten Konzerts des Sängers angekündigt, «um der Justiz die Zeit zu lassen, die Fakten mit der nötigen Distanz und Objektivität zu klären». Patrick Bruel soll zudem im Juni am Pully Live Festival und im November in der Arena de Genève auftreten. Für die Veranstaltungsorte und Festivals bedeutet die Absage eines Konzerts einen grossen finanziellen Verlust. Sie gehen nämlich das Risiko ein, die Gage des Künstlers trotzdem zahlen und die verkauften Tickets zurückerstatten zu müssen.
Nur einen Steinwurf von der Schweizer Grenze entfernt leben Grenzgängerinnen und Grenzgänger in Wohnmobilen oder ausgebauten Lieferwagen. Das ist der Preis, den sie für einen Schweizer Lohn zahlen – in einer Region, in der die Immobilienpreise in den letzten Jahren stark gestiegen sind.
Das kleine Dorf Les Fourgs im Département Doubs beherbergt rund ein Dutzend Fahrzeuge auf einem eigens dafür eingerichteten Platz. Die Bewohnerinnen und Bewohner, die der Journalist der Aargauer Zeitung getroffen hat, sind misstrauisch und möchten anonym bleiben. Die meisten sind in ihren Dreissigern.
«Wir machen die Jobs, die die Schweizer nicht erledigen wollen», auf dem Bau, im Service oder in den Spitälern, erklärt ein Grenzgänger gegenüber der Zeitung. «Und das oft zu tieferen Löhnen als die Schweizer mit den gleichen Aufgaben in der gleichen Firma», ergänzt ein anderer.
Der Gemeindepräsident Roger Belot machte Schlagzeilen, als er den Platz für Wohnmobile der Grenzgänger:innen einrichtete. Das Thema stand auch im Zentrum des Wahlkampfs der letzten Gemeindewahlen im April. Der Gemeindepräsident nimmt die Grenzgänger in Schutz, die diese Lebensweise oft nutzen, um ein langfristiges Projekt, etwa um eine Weltreise oder ein Hausbau, zu finanzieren. «Das sind Leute, die arbeiten, Steuern zahlen und uns Miete abliefern», sagt er.
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