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Ein gesprengter Bankomat mit Absperrband der Polizei

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Die Schweiz pflegt gerne das Bild eines Landes, in dem alles mit der Präzision eines Uhrwerks funktioniert. Die Nachrichten dieses Freitags erinnern uns jedoch daran, dass kein Mechanismus perfekt ist. Vom Gesundheitssystem über die Schulen bis hin zur Sicherheit in den Städten scheint etwas Sand im Getriebe zu sein.

Bevor wir die Woche mit einer leichteren Note und einem Kaviar-Automaten ausklingen lassen, bieten wir Ihnen einen Überblick über diese kleinen Reibungspunkte, welche die Schweizer Gesellschaft durchziehen.

Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre

Abgabe eines Medikaments in einer Apotheke
Die von der Industrie gewährten Rabatte kommen kaum bei den Apotheken an der Kasse an. Keystone / Christian Beutler

Das Schweizer Gesundheitssystem wird regelmässig wegen seiner hohen Kosten kritisiert. Ein Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) befeuert diese Debatte nun erneut. Laut den Schlussfolgerungen des Berichts kommt ein Grossteil der Rabatte, welche die Pharmaindustrie auf bestimmte Medikamente gewährt, den Versicherten nicht zugute, obwohl diese Reduktionen eigentlich dazu beitragen sollten, die Gesundheitsausgaben zu bremsen. Der Bericht wirft dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) ausserdem vor, nicht ausreichend Kontrollen durchzuführen.

Die Schlussfolgerungen des Berichts haben unter der Bundeshauskuppel für heftige Reaktionen gesorgt. Mehrere Parlamentsmitglieder prangern ein undurchsichtiges System an und fordern mehr Transparenz. Einige sprechen sogar von «organisiertem Diebstahl» und sind der Meinung, dass den Patientinnen und Patienten Einsparungen vorenthalten werden, die zu einer Senkung ihrer Krankenkassenprämien beitragen sollten.

Die betroffenen Akteure bestreiten diese Vorwürfe jedoch. Apotheken und Arztpraxen weisen darauf hin, dass die Rückerstattungsmechanismen komplex sind und bestimmte Rabatte dazu dienen, Leistungen zu finanzieren oder den Zugang zu bestimmten Behandlungen zu erleichtern. Sie lehnen die Idee einer systematischen Weitergabe der erzielten Einsparungen ab.

Diese Kontroverse kommt zu einem besonders heiklen Zeitpunkt: Seit vielen Jahren gehört der Anstieg der Gesundheitskosten zu den Hauptanliegen der Schweizer Bevölkerung. Wenige Wochen vor der Bekanntgabe der Krankenkassenprämien für 2027 dürfte die Debatte über Massnahmen zur Eindämmung der Ausgaben noch an Intensität gewinnen.

Blick in ein Schulzimmer
Seit dieser Woche kehren Kinder in der Schweiz schrittweise in ihre Klassenzimmer zurück. Keystone / Til Bürgy

Einige Kantone haben den Schulbetrieb bereits wieder aufgenommen, während sich andere noch darauf vorbereiten. Bei dieser Gelegenheit schlagen jedoch mehrere Berufsorganisationen für Lehrpersonen Alarm. Sie prangern ein Schulsystem an, das mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert ist – sei es der Zustand der Infrastruktur oder die verfügbaren Ressourcen zur Betreuung von Kindern mit besonderem Förderbedarf.

Das erste Anliegen betrifft die Schulgebäude. Angesichts immer häufiger auftretender Hitzewellen sind die Gewerkschaften der Ansicht, viele Schulen seien nicht mehr an die aktuellen klimatischen Gegebenheiten angepasst. Sie prangern Klassenzimmer an, die sich in Hitzeperioden in regelrechte Backöfen verwandeln, und fordern grössere Investitionen in die Sanierung der Räumlichkeiten.

Die Lehrpersonen machen sich auch Sorgen um die Situation der integrativen Schule. Gemäss einer Umfrage ist der Grossteil des Schulpersonals der Meinung, dass es an Zeit, spezialisierter Unterstützung und Ressourcen mangle, um den Bedürfnissen von Schülerinnen und Schülern mit immer unterschiedlicheren Profilen gerecht zu werden. «Eine gute Schule ist möglich, aber nur mit ausreichenden Ressourcen und wenn man Zeit für jedes Kind hat», fasst Dagmar Rösler, Präsidentin des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH), zusammen.

Ein gesprengter Bankomat mit Absperrband der Polizei
Sprengstoffanschläge auf Geldautomaten gehören zu den spektakulärsten Kriminalfällen in der Schweiz. Keystone / Gabriel Monnet

In den letzten Monaten häufen sich spektakuläre Kriminalfälle in der Schweiz: Sprengstoffanschläge auf Bancomaten, Einbrüche in Luxus-Autohäuser, Plünderungen von Waffengeschäften sowie Home-Jackings – also Einbrüche in bewohnte Häuser. Diese Serie von Vorfällen befeuert die Debatte über die Sicherheit in einem Land, das traditionell als eines der sichersten der Welt gilt.

In Genf macht sich nun auch die Wirtschaft echte Sorgen. Laut mehreren Unternehmensvertretenden wecken der Anstieg der Kriminalität und das dadurch entstehende Unsicherheitsgefühl Bedenken. Die betroffenen Kreise befürchten besonders Auswirkungen auf die Attraktivität des Kantons und fordern die Behörden auf, verstärkt dagegen vorzugehen.

Gemäss einer diese Woche von der Stiftung für die Attraktivität des Kantons Genf (FLAG) veröffentlichten Studie ist die Zahl der im Kanton registrierten Verstösse gegen das Strafgesetzbuch zwischen 2022 und 2025 um 14,1% gestiegen. Knapp drei Viertel der erfassten Verstösse sind Vermögensdelikte wie Diebstähle, Einbrüche oder Betrügereien. Home-Jackings haben sich in diesem Zeitraum fast verdoppelt, während schwere Gewalttaten um mehr als 20% zugenommen haben.

Die Behörden betonen jedoch, Genf bleibe im internationalen Massstab eine sichere Stadt. Sie heben auch mehrere Massnahmen hervor, die darauf abzielen, die Sicherheitsinstrumente zu modernisieren und besser gegen neue Formen der Kriminalität vorzugehen. Einige Indikatoren entwickeln sich zudem positiv, namentlich im Bereich der Cyberkriminalität.

Ein modernes Bürogebäude mit einem Transparent, das einen Kaviarautomaten ankündigt
Die Kommunikation wird mit viel Schwung für den Launch betrieben. Dieses grosse Plakat soll die Neugier der Kundschaft wecken. zVg

Automaten ermöglichen bereits den Kauf von Getränken, Snacks oder Fahrkarten. In der Schweiz bieten sie nun auch Kaviar an. Eine Tochterfirma von Coop hat in Frutigen im Kanton Bern den ersten Kaviar-Automaten des Landes installiert und macht diese Spezialität rund um die Uhr zugänglich.

Das Gerät im Berner Oberland vertreibt verschiedene Kaviarsorten zu Preisen, die unter den üblichen Tarifen im Luxushandel liegen. Das Ziel ist, eine neugierige Kundschaft anzusprechen und ein Produkt zu demokratisieren, das oft mit besonderen Anlässen und renommierten Tafeln assoziiert wird.

Diese Initiative veranschaulicht einen typisch schweizerischen Trend, nämlich die Kunst, kommerzielle Innovation und Praktikabilität zu verbinden. Selbst ein Produkt, das als eines der weltweiten Luxussymbole gilt, kann nun innerhalb weniger Sekunden an einer Strassenecke und ohne den Umweg über ein Feinkostgeschäft erworben werden.

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