Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Wenn Chefs sich ihren Rücktritt aussuchen können, tun sie das mit Vorliebe dann, wenn der letzte Sturm bewältigt ist und der Dampfer wieder volle Fahrt aufgenommen hat.
Heute hat mein oberster Chef, SRG-Präsident Jean-Michel Cina, seinen Rücktritt angekündigt.
Cina wird aber auch wissen, dass der nächste Sturm irgendwann kommt. Es ist eine Aufgabe für die nächste Person auf diesem Posten, die nun gesucht wird.
Herzlicher Gruss von der Auslandschweizer-Tagung in Brunnen am Vierwaldstättersee
Die Lage im Schweizer Asylsystem ist ruhiger als auch schon. Die Zahlen sind rückläufig. Doch der Druck auf Justizminister Beat Jans bleibt hoch – auch wegen delinquenten Asylbewerbern. Jetzt verteidigt sich Jans.
Eine Recherche des Blick bringt unbequeme Zahlen ans Licht. 80 Prozent der Asylbewerber aus nordafrikanischen Ländern werden gemäss einer Bundesstatistik im Lauf ihres Asylverfahrens straftätig. Sie knacken Autos, klauen in Läden oder schleichen sich in Häuser. Ihre Chance auf Asyl ist klein, aber die jungen Männer aus dem Maghreb verantworten einen grossen Teil der Delinquenz im ganzen Asylbereich.
In der NZZ nimmt Justizminister Beat Jans dazu Stellung. «Das Verhalten einer kleinen Minderheit von Asylsuchenden schadet dem Asylsystem, sie missbrauchen das Recht auf Asyl», sagt Jans. Sein Departement gehe die Probleme aber aktiv an. «Wir haben Einzelfallbegleitungen etabliert und führen kriminelle Intensivtäter schneller der Strafverfolgung zu», sagt er. Aber es brauche Gesetzesanpassungen, um diese Intensivtäter «schneller von der Strasse holen zu können», sagt er.
Auch über seine Strategie gibt Jans Auskunft. «Wir wollen die abschreckende Wirkung verstärken», sagt er über ein neues Vorverfahren, das er im Asylbereich etablieren will. «Wer sein Asylgesuch nicht begründen kann und darum gar nicht mehr ins Asylsystem kommt, hat keinen Anreiz, in die Schweiz zu kommen.»
Jean-Michel Cina hat seinen Rücktritt als Präsident der SRG angekündigt. Er stand dem Unternehmen fast zehn Jahre vor. Die Nachfolge soll bis im Frühling 2027 geregelt werden.
Der Zeitpunkt für den Rückzug sei bewusst gewählt, teilt die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft SRG mit, sie ist auch das Mutterhaus von Swissinfo. Der Wechsel an der Spitze erfolge zu einem Moment, an dem das strategische Projekt «Enavant» in die Umsetzung gehe und die neue Geschäftsleitung ihre Arbeit aufgenommen habe. «Damit ist auch der geeignete Zeitpunkt gekommen, das Verwaltungsratspräsidium der SRG in neue Hände zu legen», sagt Cina.
Die SRG setzt mit dem Ziel eines «digitaleren, schlankeren und beweglicheren Medienunternehmens» derzeit ein umfassendes Sparprogramm um, weil der Bundesrat die Abgabe von 335 auf 300 Franken pro Haushalt und Jahr senkt. Sie rechnet mit einem Personalabbau von 900 Stellen bis ins Jahr 2029.
In Cinas Präsidentschaft fielen zwei eidgenössische Volksabstimmungen über die Zukunft der SRG. Im Jahr 2018 lehnte das Stimmvolk die «No-Billag-Initiative» mit rund 72 Prozent Nein-Stimmen ab. Die sogenannte «Halbierungsinitiative» scheiterte im Frühling 2026 mit rund 62 Prozent.
Dieser Sommer war für die Schweiz eine Herausforderung. Damit ist das Klima zurück als Thema in der Politik. Jetzt äussert sich Bundespräsident Guy Parmelin dazu. Er spricht von einem Schock.
Wieder holt Extremwetter den Bundespräsidenten ein. Im Interview mit SRF sagt Parmelin: «Jetzt bin ich Bundespräsident in einem Jahr, in dem es extreme Hitzewellen und Trockenheit gibt. In meinem letzten Präsidialjahr 2021 waren es die Überschwemmungen.»
Im Sommer 2026 kämpfen Bauern gegen Trockenheit und Futtermangel. In den Städten litten die Menschen unter Rekord-Temperaturen. Bundespräsident und Landwirtschaftsminister Parmelin wehrt sich jedoch gegen den Vorwurf, der Bundesrat habe den Klimawandel verschlafen. «Wir wussten, dass es den Klimawandel gibt. Und natürlich müssen wir uns auf künftige Trockenperioden vorbereiten, die noch häufiger sein werden», sagt er.
Parmelin verweist auf seinen Beruf als Weinbauer und erinnert an Bewässerungsmassnahmen, die in seinem Heimatkanton Waadt schon vor Jahren angegangen wurden. «Ich glaube, dass der Schock der aktuellen Trockenheit dazu führen wird, dass vermehrt Bewässerungs- und Speicherprojekte auf den Tisch kommen», sagt er.
Ein einstiger Jungpolitiker der SVP wanderte vor über 20 Jahren nach Kuba aus. Jetzt ist er mit seiner Familie zurück in der Schweiz. Die Krise in Kuba zwang den Auswanderer dazu.
Mark Kuster galt in den frühen 2000er-Jahren als grosses Talent der Schweizerischen Volkspartei SVP. Umso mehr staunten Bekannte und Medien, als der damalige Präsident der Jungen SVP 2003 seine Lebenspläne änderte und nach Kuba auswanderte. Er hatte sich in den Ferien in das Land verliebt. Dort angekommen gründete er ein Kinderhilfswerk – und eine Familie.
Nun ist er zurück in Winterthur, wo ihn der Tages-Anzeiger für ein Porträt besucht hat. Kuster berichtet von unhaltbaren Lebensumständen in Kuba, die sich nach verschärften US-Sanktionen nochmals drastisch verschlechtert hätten. Ein weiteres Motiv: «Auch die Qualität des Bildungssystems ist stark gesunken. Als Schweizer Vater ein wesentlicher Grund, meinen Kindern eine Berufslehre in der Schweiz zu ermöglichen.»
Richtig Fuss fassen will Kuster in der Schweiz aber nicht. Er leitet sein Hilfswerk aus der Ferne weiter und träumt von einer Rückkehr auf die Karibikinsel, wenn die Krise vorbei ist. – «sofern meine Frau und Kinder dann noch wollen».
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