Geplante Gebühr für Strasse von Hormus: Iran verweist auf Umweltschäden
Der Iran verweist bei seinem Plan, für die Durchfahrt der Strasse von Hormus künftig eine Gebühr zu kassieren, auf die von passierenden Schiffen verursachten Umweltschäden. Die massive und über Jahrzehnte entstandene Verschmutzung des Persischen Golfs und des Golfs von Oman hätten im Iran Schäden in Höhe von Billionen Dollar verursacht, behauptete der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Ismail Baghai, auf der Plattform X.
(Keystone-SDA) Die Parteien, die vom Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus profitierten, hätten eine rechtliche und moralische Verpflichtung, zur Behebung der Umweltschäden beizutragen, schrieb er weiter. Die Verbesserung der Umweltbedingungen müsse wesentlich für jede künftige Verwaltung der wichtigen Wasserstrasse sein. Welche Umweltschutzmassnahmen ihm vorschwebten, erläuterte der Sprecher allerdings nicht.
Baghai wies als Beispiel auf eine jüngste Ölverschmutzung entlang der Küste der in der Meerenge liegenden iranischen Insel Qeschm hin. Vorläufigen Erkenntnissen zufolge sei ein ausländischer Frachter dafür verantwortlich. Genauere Angaben machte er dazu nicht.
Strategisch bedeutende Meerenge als Zankapfel
Die Öffnung der faktisch durch den Iran blockierten Strasse von Hormus ist inzwischen eine der Schlüsselfragen im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Der iranische Machtapparat betont, er wolle in Abstimmung mit dem Oman, dem anderen Anrainerstaat, eine Gebühr von Schiffen kassieren, die die Meerenge passieren. Die USA lehnen eine Maut vehement ab.
Noch vor kurzem hatte US-Präsident Donald Trump den Iran gewarnt, das Land werde sehr hart getroffen, sollte die für den globalen Handel mit Öl, Flüssiggas und Dünger wichtige Meerenge nicht bald geöffnet werden. Vor dem Ende Februar von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran verlief die Schifffahrt in der Meerenge weitestgehend ungestört.
Umweltschützer weisen regelmässig darauf hin, dass aufgrund des Iran-Kriegs die Gefahr gross sei, dass Schiffe beschädigt oder getroffen werden. Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass Öl von einem vor der Küste des Omans auf Grund gelaufenen Tankers, der Russlands sogenannter Schattenflotte zugerechnet wird, das Festland des Omans erreicht hat.
Die Strasse von Hormus und die angrenzenden Gewässer des Persischen Golfs und des Golfs von Oman beherbergen laut Greenpeace empfindliche Ökosysteme wie Korallenriffe, Mangrovenwälder und Seegraswiesen, die zahlreichen Arten als Lebensgrundlage dienen. Bei einer Ölhavarie könnte zudem die Wasserversorgung von Millionen Menschen gefährdet sein, da viele Golfstaaten auf Entsalzungsanlagen setzen.