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Expo 2005 in Japan öffnet ihre Tore

Das japanische Kaiserpaar Akihito und Michiko beim Besuch des japanischen Pavillons. Keystone

In Aichi hat der japanische Kaiser Akihito die Weltausstellung eröffnet. An der Zeremonie nahmen Vertreter aus über 120 Ländern teil.

Der Schweizer Pavillon, in dem sich ein künstlicher Berg erhebt, kostete 15 Mio. Franken.

«Ich hoffe, diese Ausstellung wird für uns der Ausgangspunkt sein, über das Zusammenleben von Menschen und Natur nachzudenken», sagte Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi in seiner Eröffnungsrede vor 2400 geladenen Ehrengästen. Er spielte damit auf das Ausstellungsmotto «Weisheit der Natur» an.

«Der Schlüssel dazu, Umweltschutz mit wirtschaftlicher Entwicklung zu vereinbaren, ist Technologie», sagte Koizumi weiter. «Wir müssen diese wunderschöne Erde an unsere Kinder weitergeben, indem wir Umweltschutz und wirtschaftlichen Wohlstand fördern.»

Sicherheit im Vordergrund

Für das Publikum öffnet die Weltausstellung in Aichi ihre Tore am Freitag. Es werden mehr als 15 Mio. Besucherinnen und Besucher erwartet. Das 173 Hektaren grosse Ausstellungsgelände liegt etwas ausserhalb der Stadt Nagoya.

Die Eröffnungszeremonie am Donnerstag war von starken Sicherheitsmassnahmen begleitet, die während der ganzen sechsmonatigen Dauer des Anlasses aufrecht erhalten werden.

Attraktionen wie beispielsweise der Pavillon der USA, der zu den grössten Einrichtungen der Schau zählt, wurden speziell bewacht.

Reihenweise Staatschefs erwartet

Im Verlauf der Ausstellung werden die Besuche von Regierungschefs und Premierminister aus über 60 teilnehmenden Ländern erwartet. Ende des Anlasses ist der 25. September.

Der Schweizer Bundespräsident Samuel Schmid wird die Expo 2005 im April besuchen. Namentlich wird er am Tag der Schweiz am 15. April die offizielle Delegation aus der Schweiz anführen.

Treffen mit Koizumi

Schmid nimmt die Japanreise auch zum Anlass, um in Tokyo Gespräche mit der Spitze der dortigen Regierung zu führen. Premierminister Junichiro Koizumi hatte im Vorfeld der Expo 2005 darauf hingewiesen, dass er die Gelegenheit benützen werde, um in solchen Gesprächen für internationale Unterstützung zu Gunsten eines japanischen Sitzes im UNO-Sicherheitsrat zu werben.

Der Berg ruft

Die Schweizer Regierung geht davon aus, dass rund 1,5 Mio. Besucher den künstlichen Berg im Pavillon des Landes in Augenschein nehmen werden. Das Innere des Schweizer Pavillons ist als Alpenlandschaft mit einem Berg inszeniert. Die vier Ausstellungsräume befinden sich in Tunnels im Inneren des Berges.

Während in einem Raum sämtliche Klischees über die Schweiz als Alpenland bedient werden, wird in den drei anderen Ausstellungsräumen das Bild einer modernen und visionären Schweiz vermittelt.

Mehr als Klischees

«Als Hauptmessage wollen wir den Besuchern zeigen, dass die Schweiz mehr ist als nur Natur», sagte Manuel Salchli, Direktor des Schweizer Pavillons, gegenüber swissinfo.

«Natürlich wollen wir die Schweiz als Tourismusland verkaufen, aber wir wollen auch zeigen, dass die Schweiz eine Nation von Abenteurern und Wissenschaftern ist.» Ein Teil der Ausstellung zeigt Forschungen an den Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Zürich und Lausanne.

«Wir wissen, dass wir das Image der Schweiz nicht einfach an einer Weltausstellung ändern können. Aber wir können zumindest daran arbeiten», so Salchli weiter.

Vielversprechender Start

Anfängliche Befürchtungen, dass die Schweizer Präsentation in Aichi die japanischen Besucher irritieren könnte, haben sich bisher als unbegründet erwiesen.

In einem inoffiziellen Expo-Führer wurde der Schweizer Pavillon mit vier von fünf möglichen Sternen ausgezeichnet. Nur die USA und Südkorea erhielten die maximale Note.

Von Erfolg überzeugt

«Das zeigt uns, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben», sagte Philippe Neeser, stellvertretender Generalkommissar des Schweizer Pavillons, gegenüber swissinfo. Er ist zuversichtlich, dass die Schweizer Präsentation am Ende der Expo als Erfolg gewertet werden wird.

Der Kampf um die Gunst der Besucherinnen und Besucher in Aichi wird aber eng werden: «Star» der Expo wird wahrscheinlich ein Mammut, genauer, ein tiefgefrorener und völlig intakter Kopf eines solchen Riesentiers, der kürzlich aus dem sibirischen Permafrost geborgen werden konnte.

Wissenschafter hoffen, dass die gefrorenen Überreste Hinweise über das mysteriöse Aussterben der Mammuts vor 10’000 Jahren geben können.

swissinfo, Ramsey Zarifeh in Aichi, Japan
(Übertragung aus dem Englischen: Renat Künzi)

Die Weltausstellung 2005 in Japan dauert sechs Monate: Vom 25. März bis 25. September.
Der Schweizer Pavillon an der Weltausstellung in Aichi heisst «Der Berg». Baukosten: 15. Mio. Fr.
Besucher-Kapazität des Pavillons: 800 Personen pro Stunde.
Bundespräsident Samuel Schmid wird die Weltausstellung am 15. April besuchen.

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