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IKRK-Chef skizziert humanitäre Herausforderungen

Kriege in städtischen Gebieten werden für humanitäre Gruppen auch 2018 ein Problem bleiben. Keystone

Kriegsführung in Städten, fehlende Spendengelder, vergessene Konflikte, bessere Nutzung digitaler Hilfsmittel und schutzbedürftigen Menschen Zugang zu Unternehmertum ermöglichen: Das sind laut IKRK-Präsident Peter Maurer die grössten humanitären Herausforderungen im Jahr 2018.

Dieser Inhalt wurde am 25. Januar 2018 - 16:15 publiziert
Matthew Allen und Carlo Pisani, Davos

Peter Maurer, Präsident des in der Schweiz angesiedelten Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), sprach am Dienstag am World Economic Forum (WEF) in Davos an einer PodiumsdiskussionExterner Link auch über das Schicksal der Rohingya in Myanmar.

Maurer wies den Vorwurf zurück, humanitäre Organisationen hätten in Myanmar trotz Kenntnis der angespannten Lage nicht rechtzeitig gehandelt, um das Rohingya-Volk zu schützen. "Man weiss selten, wann die Verschlechterung eintritt und die Gewaltspirale zu drehen beginnt. Wir haben fragile Kontexte zwar im Auge, wissen aber nicht, welche eskalieren werden", sagte Maurer.

Die fünf grossen Herausforderungen

Maurer warnte an der Podiumsdiskussion, der Trend zur Kriegsführung in städtischen Gebieten werde weitergehen. In dicht besiedelten Gebieten könnten auch kleinere kriegerische Handlungen schlimme Auswirkungen haben. Laut Maurer müssen sich humanitäre Organisationen auf den Wiederaufbau und die Sanierung städtischer Gebiete konzentrieren.

Auch müssten Akteure zur Mithilfe ermutigt werden, die nicht zum traditionellen humanitären Umfeld, betonte der IKRK-Präsident. Dabei komme besonders der Geschäftswelt die wichtige Rolle zu, bedürftige, vertriebene Menschen bei der Gründung von eigenen Geschäften zu unterstützen. Dies durch die Bereitstellung von Geld und Wissen.

Solche Akteure müssten zudem helfen, die Lücke zwischen den Bedürfnissen der Menschen in Not und den Möglichkeiten des internationalen Systems. Denn diese Lücke werde 2018 grösser und könne nur durch mehr und besser eingesetztes Geld angegangen werden. Als Beispiele erwähnte er neue Finanzinstrumente wie die so genannten Humanitarian Impact Bonds, bei denen private Investoren Geld in humanitäre Projekte investieren, um Rendite zu erzielen.

Zudem wies der IKRK-Präsident auf vergessene Konflikte und Menschen hin, etwa in der Sahelzone, in den Regionen um den Tschadsee und die Grossen Seen sowie in der Demokratischen Republik Kongo. Er warnte, medienwirksame Konflikte wie jener in Syrien würden aus anderen Regionen, wo grosse Not herrsche, "Geld absaugen".

Schliesslich müsse sich die humanitäre Gemeinschaft auch mit der "digitalen Fähigkeit, Gutes zu tun", auseinandersetzen. Laut Maurer werden digitale Instrumente in den Bereichen Bargeldtransfer und Datenanalyse in Krisensituationen wichtiger denn je.

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