
Gildemeister befürchtet hartes Jahr (AF)
(Mit weiteren Angaben)
BIELEFELD (awp international) – Der Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister befürchtet ein hartes Jahr 2010. Nach dem Umsatz- und Ergebniseinbruch von 2009 werde das laufende Jahr «eine erneute Bewährungsprobe», sagte Vorstandschef Rüdiger Kapitza. Verluste schloss er nicht aus.
Gildemeister will daher für 2010 keine Dividende zahlen. Das Unternehmen peilt zwar beim Auftragseingang eine kleine Steigerung an – auf 1,2 Milliarden Euro nach 1,15 Milliarden Euro im Vorjahr. Ein grosser Gewinn werde aber nicht erwartet. «Auch Verluste kann der Vorstand nicht ausschliessen. Und aus dem Bestand werden wir keine Dividende zahlen», betonte Kapitza am Donnerstag. Die Mitarbeiterzahl soll weitgehend stabil bei rund 5450 Beschäftigten bleiben.
2009 war der Umsatz um 38 Prozent auf 1,18 Milliarden Euro eingebrochen. Es blieb ein Gewinn von 4,7 (2008: 81,1) Millionen Euro. Die Zahl der Beschäftigten sank um rund 1000. Rechnerisch habe Gildemeister noch rund 300 Beschäftigte zu viel an Bord, sagte Kapitza. Ein weiterer Stellenabbau sei aber nicht geplant. Für 2009 sollen die Aktionäre eine Dividende von 0,10 Euro je Aktie erhalten.
Für das erste und zweite Quartal 2010 sei mit einem negativen Vorsteuerergebnis und weniger Umsatz als im Vorjahreszeitraum zu rechnen, räumte der Vorstandschef ein. Grund sei der stark gesunkene Auftragsbestand bei Werkzeugmaschinen. «Da draussen herrscht eine mörderische Preisschlacht.» Auch 2011 blieben die Bedingungen schwierig, dennoch rechne Gildemeister wie die gesamte Branche mit einem Aufwärtstrend. Darum erwarte er eine deutliche Steigerung bei Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis.
Im Gegensatz zur Entwicklung in Deutschland, Europa und den USA wuchs das Geschäft in Asien, vor allem in China. Der Exportanteil stieg von 55 auf 70 Prozent. Gildemeister will zusammen mit dem japanischen Werkzeugmaschinenhersteller Mori Seiki und dem ebenfalls japanischen Handelsunternehmen Mitsui & Co. Ltd die MG Finance GmbH gründen. Diese soll den Kunden von April 2010 an zunächst in Deutschland und Grossbritannien, später in Europa, massgeschneiderte Finanzierungen anbieten.
Kritik von Arbeitnehmervertretern an den Vorstandsbezügen wies Kapitza zurück. Der vierköpfige Vorstand habe 2008 rund 7,4 Millionen Euro erhalten. 2009 waren es noch knapp 3 Millionen Euro, inklusive einer Leistungsvergütung von 800.000 Euro./mb/DP/fn