Grösstes Hochmoor der Schweiz spürt Trockenheit bei Flora und Fauna
Die aktuelle Trockenheit und Hitze wirken sich im Rothenthurmer Hochmoor auf Pflanzen und Tiere aus. Akute Folgen für die Moorflächen selbst seien hingegen bisher nicht festzustellen, teilte das zuständige kantonale Amt auf Anfrage von Keystone-SDA am Mittwoch mit.
(Keystone-SDA) Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen haben laut Remo Bianchi, Vorsteher des Amts für Wald und Natur des Kantons Schwyz, bisher «keine grossen Einflüsse» auf die Grundwasserstände in der Rothenthurmer Moorlandschaft. Das Amt ist als kantonale Aufsichtsbehörde für das grösste zusammenhängende Hochmoor der Schweiz zuständig.
Die Moorlandschaft liegt zwischen Rothenthurm und Biberbrugg und erstreckt sich über 1100 Hektaren, eine Fläche, die etwas grösser ist als der Hallwilersee. Oberflächliche Trockenerscheinungen seien zwar sichtbar, «gefährdet sind die Hochmoore jedoch nicht», so Bianchi.
Die für Hochmoore typischen Torfmoose, spezielle Pflanzen, die Wasser speichern und Torf bilden, seien relativ resistent gegen die Austrocknung, sagt der Amtsvorsteher. Auswirkungen zeigten sich hingegen bei Flora und Fauna. «Die Vegetation ist im Vergleich zu anderen Jahren etwas im Rückstand.» Auch bei Tieren wie Libellen, Amphibien oder Schmetterlingen, sind Verzögerungen zu erwarten. «Die Tiere finden das Wasser aber nach wie vor», sagt Bianchi.
Massnahmen zahlen sich aus
Um die Moore widerstandsfähiger zu machen, setzt der Kanton Schwyz auf Regenerationsprojekte. In der Moorlandschaft Rothenthurm wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Flächen regeneriert und wieder vernässt. Das zahle sich nun in solchen Trockenphasen aus, sagt Bianchi. «Intakte Moore können grosse Mengen Wasser und CO2 speichern.»
Nach seiner Einschätzung können sich Moore nach einzelnen trockenen Jahren «rasch erholen». Problematisch werde es jedoch, wenn solche Trockenphasen wegen der Klimaerwärmung häufiger auftreten. Besonders Moorflächen in tieferen Lagen gerieten «zunehmend unter Druck». Was ist dagegen zu tun? «Es wird immer wichtiger, den natürlichen Wasserhaushalt der Moore langfristig zu erhalten und dort, wo er gefährdet ist, mit Regenerationsprojekten wiederherzustellen.»