Graubünden erhält Bewilligung für Abschuss von Dutzenden Wölfen
Der Bund hat die Gesuche des Kantons Graubünden zum proaktiven Abschuss dutzender Wölfe bewilligt. Ab dem 1. September dürfen im Kanton in bis zu 16 Rudeln Wölfe erlegt und ein komplettes Rudel getötet werden.
(Keystone-SDA) Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) habe die Gesuche des Kantons am 26. August bewilligt, teilte das Bündner Amt für Jagd und Fischerei (AJF) am Freitag mit. Die Bewilligung betrifft den Abschuss von Wölfen in 12 Rudeln. Bei vier weiteren Rudeln ist dies ebenfalls möglich, sobald diesjähriger Nachwuchs nachgewiesen ist – dort dürften bis zu zwei Drittel der Jungtiere erlegt werden.
Zusätzlich dazu darf Graubünden das Rudel «Calderas» komplett töten. Dieses riss zuvor Nutztiere in «fachgerecht geschützten Herden», so das AJF weiter.
Die Bündner Jägerschaft werde wie in den Vorjahren in die Regulation einbezogen. Dies geschieht während der Hoch- und Sonderjagd. Die genauen Vorgaben will das zuständige Amt in den kommenden Tagen publizieren.
Die proaktive Abschussperiode dauert vom 1. September 2026 bis zum 31. Januar 2027. Der Kanton führt damit seine seit 2023 bestehende Praxis fort. «Ziel der vorgesehenen Massnahmen bleibt ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Wolf, der sowohl dem Schutz der Nutztiere als auch den Anforderungen des Artenschutzes Rechnung trägt», liess sich Adrian Arquint, Co-Leiter des Amts für Jagd und Fischerei, zitieren.
Nutztierrisse haben sich halbiert
Bei der vergangenen Wolfsjagd erlegte Graubünden mit 35 Wölfen am meisten Tiere schweizweit. Auf Platz zwei folgte das Wallis mit 24 Abschüssen. 89 Wölfe waren es im ganzen Land.
Die Nutztierrisse hingegen haben sich 2026 in Graubünden mehr als halbiert. Bis Ende Juli hatten Wölfe im Kanton 30 Nutztiere gerissen – deutlich weniger als die 68 im Vorjahr. Der Rückgang folgt dem schweizweiten Trend.