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Hochtief will ACS zu Übernahmeangebot für Tochter Leighton zwingen

Dieser Inhalt wurde am 05. Oktober 2010 - 19:35 publiziert

ESSEN (awp international) - Der Baukonzern Hochtief versucht dem an einer Übernahme interessierten Konkurrenten ACS Steine in den Weg zu legen. Bei der australischen Wertpapieraufsichtsbehörde ASIC sei beantragt worden, dass die Spanier nach dem Erwerb der effektiven Kontrolle über Hochtief auch für die australische Tochter Leighton ein Übernahmeangebot machen müssen, teilten die Essener am Dienstag mit. Hochtief ist mit etwa 54,5 Prozent an den Australiern beteiligt. Sollte die ASIC dem Antrag stattgeben, würde dies die Übernahme für ACS verteuern.
Der vom Real-Madrid-Präsidenten Florentino Perez geführte spanische Konzern hatte im September überraschend angekündigt, seinen Hochtief-Anteil mit einem Übernahmeangebot an die Aktionäre auf über 30 Prozent zu erhöhen. Anschliessend soll dann mit Zukäufen an der Börse die Beteiligung auf über 50 Prozent aufgestockt werden. Am Vortag hatten die ACS-Vertreter dem Aufsichtsrat von Hochtief ihre Pläne vorgestellt. In einer nach der Sitzung verbreiteten Erklärung hatte der Chef des Gremiums, Detlev Bremkamp, dem Hochtief-Vorstandsvorsitzenden das Vertrauen ausgesprochen. Vor der erst Anfang November geplanten offiziellen Vorlage des Angebots darf Hochtief die Offerte noch nicht bewerten.
Der Chef des Essener Konzerns, Herbert Lütkestratkötter, hatte jedoch erst vor einigen Tagen in einem Interview die Möglichkeit einer solchen Übernahme als "grotesk" bezeichnet. "Wir teilen die Einschätzung des Vorstands zur Ankündigung von ACS...", hatte es am Montag dann lediglich in der Mitteilung des Aufsichtsrats geheissen. Der Hochtief-Konzernbetriebsratsvorsitzende Siegfried Müller hatte dem spanischen Unternehmen vorgeworfen, den deutschen Konkurrenten ausplündern zu wollen. Während sich Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) entgegen den Wünschen von Hochtief nicht in den Übernahmekampf einschalten will, hatte das Unternehmen von der nordrhein-westfälischen Landesregierung zumindest verbale Unterstützung erhalten./he/stb

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