Israel meldet Tötung eines Hamas-Mitglieds in Dschenin
Israels Armee hat bei einem Luftangriff in der Stadt Dschenin im Westjordanland eigenen Angaben zufolge ein wichtiges Mitglied der Hamas und zwei weitere Militante getötet. Der Hamas-Mann sei unter anderem an der Finanzierung und Ausführung von Anschlägen auf israelische Zivilisten beteiligt gewesen, teilten das Militär und Inlandsgeheimdienst Schin Bet am Abend mit.
(Keystone-SDA) Zudem sei er für die Aktivitäten der islamistischen Terrororganisation im Flüchtlingsviertel von Dschenin verantwortlich gewesen. Israels Armee ging dort sowie in zwei weiteren Flüchtlingsvierteln im Westjordanland im vergangenen Jahr bei einer grossangelegten Offensive eigenen Angaben zufolge gegen militante Palästinenser vor. Dabei wurden zahlreiche Menschen getötet, Zehntausende aus ihren Häusern vertrieben sowie massive Zerstörung verursacht. Das «Terrornetzwerk von Dschenin» soll dabei laut der israelischen Armee zerschlagen worden sein.
Israels Armee sagte nun weiter, im Wagen der Getöteten seien Waffen gefunden worden. Zur Identität der «zwei Komplizen» des Hamas-Mitglieds machte das Militär zunächst keine Angaben.
Immer wieder Gewalt im Westjordanland
Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg noch einmal verschärft. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden im Westjordanland seitdem mehr als 1.100 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und eigenen Anschlägen getötet. Aber auch die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser hat stark zugenommen.
Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern mehr als 700.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat. Israel lehnt dies ab.