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Kampagne zur Förderung der Sprachenvielfalt lanciert

Vielsprachigkeit gehört in der Schweiz zum Alltag. (swissworld.org)

Mit dem Manifest für die gelebte Sprachenvielfalt in der Schweiz soll das abnehmende Verständnis der Landessprachen in der Schweiz gebremst werden.

Die Initiantin, die ch Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit, sucht dazu Partner aus Wirtschaft, Verwaltung und dem öffentlichen Leben.

"Die Sprachenvielfalt ist ein Schlüssel zum Erfolg der Willensnation Schweiz": Von dieser Erkenntnis ausgehend lanciert die ch Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit eine nationale Kampagne zur Pflege der Mehrsprachigkeit.

Inhaltlicher Kern der Kampagne ist das Manifest für die gelebte Sprachenvielfalt in der Schweiz, das am Donnerstag an einer Medienorientierung im Museum für Kommunikation in Bern vorgestellt wurde.

Mit dessen Unterzeichnung verpflichten sich Unternehmen, Organisationen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, in ihrem Einflussbereich die Mehrsprachigkeit zu fördern. Sie verpflichten sich ausserdem, das Erlernen und die Pflege der Landessprachen und anderer Sprachen aktiv zu unterstützen.

Erfolg kommt nicht von ungefähr

Das Verständnis für die nationale Kohäsion sei eher im Abnehmen begriffen, sagte der Solothurner Regierungsrat und Stiftungs-Präsident Christian Wanner. Der Erfolg des Modells Schweiz, das vier Sprachgemeinschaften vereine, müsse aber im Alltag immer wieder neu verdient werden.

Das Manifest setze sich deshalb zum Ziel, eine schweizweite Kampagne zu begründen. Es gehe darum, den Schatz der Mehrsprachigkeit in der Schweiz, der einen unschätzbaren Wettbewerbsvorteil für Schweizer Unternehmen bedeute, zu erkennen und gezielt zu fördern.

Bundeskanzlerin als Erstunterzeichnerin

Symbolischer Kampagnenstart bildete am Donnerstag die Erstunterzeichnung des Manifests durch die Schweizer Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz und weitere Persönlichkeiten.

Sie tue dies quasi von Amtes wegen, sagte Huber-Hotz: Die Bundeskanzlei sei auf Bundesebene die Hüterin der Mehrsprachigkeit in der Gesetzgebung, den amtlichen Publikationen und in der Kommunikation.

Sie unterstütze das Manifest aber auch aus der Überzeugung heraus, dass die Kenntnis von mehr als einer Sprache persönlichen Reichtum bedeute.

Grundstein gelegt

Bis heute hätten rund 150 Firmen und Organisationen ihre Bereitschaft signalisiert, das Manifest in der einen oder anderen Form umzusetzen, sagte Stiftungspräsident Wanner.

Die ch Stiftung unterstütze im übrigen das Fremdsprachenmodell 3/5 der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK), sagte Wanner. Dieses sieht die erste Fremdsprache ab der 3. Klasse und eine weitere ab der 5. Klasse vor.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Deutsch sprechen 63,7% der Bevölkerung, Französisch 20,4%, Italienisch 6,5% und Rätoromanisch 0,5%. 9% der Bevölkerung geben eine ausländische Sprache als Muttersprache an.

Die Vielsprachigkeit findet sich auch in einigen Kantonen: So sind Bern, Freiburg und das Wallis zweisprachig (Deutsch und Französisch). Graubünden ist gar dreisprachig (Deutsch, Rätoromanisch und Italienisch).

Immer mehr Schweizer, die aus verschiedenen Landesteilen kommen, sprechen Englisch miteinander.

Thurgau und Zug stimmen am 21. Mai über ähnliche Vorhaben ab.

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Fakten

Die 1967 gegründete ch Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit ist eine Organisation der 26 Kantone der Schweiz. Sie ist in Solothurn ansässig.
Ziel ist die Förderung des Föderalismus, der die Vielfalt der Sprachen, Kulturen und Mentalitäten in der Schweiz garantiert.
Sie organisiert Projekte zwischen den Landesteilen und fördert den Kontakt der Kantone untereinander.

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