Ökoindustrie im Aufwind
1998 zählte die Schweiz 50'000 Beschäftigte, die mit der Produktion umweltbezogener Waren und Dienstleistungen betraut waren. Innert 8 Jahren hat sich die Zahl dieser Beschäftigten verdreifacht. Neu gibt es jetzt auch den Beruf "Recyclist/Recyclistin".
1,3 Prozent aller Beschäftigten waren 1998 in der Ökoindustrie tätig, zeigt eine in der Schweiz erstmals durchgeführte Studie des Bundesamtes für Statistik (BFS).
Viele arbeiten in der Abwasserreinigung, Abfallbeseitigung und sonstigen Entsorgung, in der Rückgewinnung und Vorbereitung für die Wiederverwertung sowie im Grosshandel mit Altmaterialien und Reststoffen.
Ökoindustrie in der Schweiz ist innovativ
Die Schweiz sei ein dichtbesiedeltes Land mit einigem Wohlstand, und dies habe schon seit etlichen Jahren auch eine entsprechende Umweltbelastung zur Folge, erklärte Hans-Peter Fahrni, Leiter der Abteilung «Abfall» des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) gegenüber swissinfo.
So sei der Bevölkerung vielleicht schon früher als in anderen Ländern bewusst geworden, was Umweltzerstörung heisse. Massnahmen gegen Abholzung der Wälder, sowie gegen Wasser- und Luftverschmutzung seien getroffen worden. Auch habe die Schweiz eine fortschrittliche Abfall-Entsorgung aufgebaut.
In Bezug auf die Schonung von Umwelt und Rohstoffen bei der Abfallaufbereitung und -entsorgung habe die Schweiz eine Pionierleistung vollbracht, fügte Fahrni hinzu.
Wachstumsbranche «Abfall» und «Recycling»
Konservendosen, Autoreifen, Batterien, kaputte Computer, Fernsehen, Autos, Kunstoff, ausgediente Haushaltgeräte: Der immer grösser werdende Abfallberg ist die Kehrseite unseres Konsumverhaltens.
Mittlerweile ist es eine ganze Branche, die sich darauf spezialisiert hat, Weggeworfenes so zu sortieren und aufzubereiten, dass möglichst viele der darin enthaltenen Wertstoffe der Industrie zur Wiederverwertung zugeführt werden können.
Neuer Beruf: «Recyclistin/Recyclist»
Seit August 2000 gibt es in der Schweiz diesen neuen Beruf. Interessenten absolvieren eine dreijährige Lehre. In insgesamt 960 Lektionen wird u.a. Wissen über Wertstoffe, Ökologie und Verfahren vermittelt.
Alina Kunz Popper
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