Ist Manser wohlauf?
Der Schweizer Umweltaktivist Bruno Manser bleibt weiterhin verschollen. Ein Bekannter in Malaysia will jedoch Mails erhalten haben - bis anfangs Oktober. Mansers Freundin hörte letztmals am 23. Mai von ihm.
Dem Regenwaldschützer Bruno Manser gehe es gut und er befinde sich beim Volk der Penan im Urwald. Dies sagte ein Bekannter des 46-jährigen gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Bis am 4. Oktober habe er mehrmals E-Mails von Manser erhalten, sagte er weiter.
Beim Bruno-Manser-Fonds (BMF) werden die Kontakte angezweifelt. BMF-Sekretär John Künzli sagte, er wisse nichts von den E-Mails und bezweifle diese. Der letzte Brief von Manser in die Schweiz ging an seine Freundin und war mit dem 23. Mai datiert, wie Künzli sagte. Die weiteren Versuche, mit dem Umweltschützer in Kontakt zu treten, sowie Anfragen bei Vertrauensleuten vor Ort hätten keinen Erfolg mehr gebracht. Laut der Sonntagszeitung hätten auch Suchtrupps keine Erfolge erzielt.
EDA eingeschaltet
Nachdem die Angehörigen und der BMF ein halbes Jahr nichts mehr vom Umweltaktivisten gehört hatten, schalteten sie am vergangenen Samstag (18.11.) das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ein. Die Nachforschungen der Schweizer Botschaft in Kuala Lumpur seien vorerst ergebnislos geblieben, sagte eine EDA-Sprecherin.
Manser kämpft seit Jahren gegen die Zerstörung des Lebensraumes des Nomadenvolkes der Penan im malayischen Hochland. Damit legte er sich mehrmals mit der Führungselite des Landes an. Entsprechend wurde er zur Persona non grata erklärt und im März 1999 ausgeschafft. Trotzdem kehrte er in die Region zurück, indem er die Grenze illegal überschritt. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Arbeit der Schweizer Botschaft in Kuala Lumpur.
swissinfo und Agenturen
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