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KMU sollen stärker vom Basler Standortpaket profitieren

Keystone-SDA

Standortpaket-Gesuche von Unternehmen im Umweltbereich sollen einfacher und "KMU-freundlicher" werden. Das hat die Basler Regierung in ihrer Teilrevision der Verordnung zum Standortförderungsgesetz beschlossen, wie sie am Montag mitteilte.

(Keystone-SDA) Ab dem Gesuchsjahr 2026 zahlt der Kanton neu anhand der Investitionskosten und nicht wie bis anhin anhand der eingesparten CO2-Emissionen oder des Energieverbrauchs. Die Firmen erhalten dadurch mehr Planungssicherheit bei Investitionsentscheiden, wie das Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (WSU) schreibt.

Die Unternehmen müssen neu einen Schwellenwert an Reduktionswirkung nachweisen. Der Kanton fördert mit dem Standortpaket 40 Prozent der Investitionskosten von umgesetzten Massnahmen in Basel-Stadt und 20 Prozent der Kosten in der übrigen Schweiz. Zudem will der Kanton das Verfahren bei Umweltmassnahmen vereinfachen. Die Dokumentationspflichten, die sich früher an den Zielvereinbarungen orientiert haben, fallen weg.

Regierung will Forschungskooperationen fördern

Bei der Förderung, die sich auf den Klimabericht bezieht, hat die Regierung eine Verdoppelung des Förderbetrags pro eingesparte Tonne CO2-Äquivalente beschlossen. Mit dieser Teilrevision im Umweltbereich werde das Standortpaket künftig einfacher, attraktiver für KMU, schreibt das WSU weiter.

Mit einer zweiten Teilrevision will die Regierung die Grundlagen für Forschungskooperationen bei den Life Sciences schaffen. Diese gehören zum Förderbereich Gesellschaft und sind mit 15 Millionen Franken pro Jahr dotiert. Das Geld ist für Projekte bestimmt mit dem Ziel, die «Gesundheit und das Wohlergehen der Bevölkerung zu verbessern». Ein von der Regierung gewählter Forschungsbeirat wird die Eingaben beurteilen.

Löwenanteil letztes Jahr bei grossen Unternehmen

Der Fokus auf die KMU in der Teilrevision kommt nicht von ungefähr: 2025 sprach der Kanton auf Basis von 88 Gesuchen Fördergelder im Umfang von über 246 Millionen Franken. Dabei gingen im Bereich Innovation mehr Gesuche ein als im Bereich Gesellschaft und Umwelt. Zudem stellte sich heraus, dass die meisten Gelder an grosse Unternehmen flossen.

Vom bewilligten Fördervolumen fielen 17,4 Prozent auf kleine und mittlere Unternehmen, wie Wirtschaftsdirektor Kaspar Sutter im Januar in einer Antwort auf eine Interpellation von Leoni Bolz (SP) bekanntgab. 82,6 Prozent kam grossen Unternehmen ab 2500 Mitarbeitenden zugute, also den Pharmakonzernen.

Firmen können bis Ende Juni 2026 erneut Gesuche einreichen. Die Forschungskooperationen bei den Life Sciences werden voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres starten, wie es weiter heisst.

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