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Kommission warnt vor Folgen des Klimawandels für den Bodensee

Keystone-SDA

Das Wasser des Bodensees hat sich auch diesen Winter nur unzureichend durchmischt. Dies wirkt sich auf den Sauerstoffgehalt im Gewässer aus. Noch ist dieser genügend, könnte aufgrund des Klimawandels jedoch zusehends abnehmen, teilte die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee mit.

(Keystone-SDA) Der Klimawandel bereitet dem Bodensee zunehmend Probleme, wie die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) am Mittwoch in einer Mitteilung schrieb. Weil die Lufttemperaturen und damit das Wasser immer wärmer werden, zirkuliere es im Winter nicht mehr ausreichend. Eine starke Durchmischung wiederum wäre wichtig, damit der Sauerstoff auch in die tiefen Regionen des Sees respektive bis zum Seegrund gelangt.

«Auch in diesem Winter konnte der gesamte See nicht in ausreichendem Masse bis zur tiefsten Stelle zirkulieren», lässt sich Harald Hetzenauer, Leiter des Instituts für Seenforschung in der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, im Communiqué zitieren. Das Institut überwacht gemeinsam mit den Fachstellen der weiteren Anrainerländer im Auftrag der IGKB den Zustand des Sees.

Damit sich das Wasser bis in grosse Tiefen umwälzen kann, muss sich der See im Winter deutlich abkühlen und die Temperatur überall ungefähr gleich sein. Das Zeitfenster mit der passenden Wassertemperatur wird immer kleiner, heisst es in der Mitteilung weiter. Denn der See erwärme sich im Frühling früher und kühle im Herbst immer später ab.

Sauerstoff drohte bereits einmal knapp zu werden

«Immerhin ist das Tiefenwasser bisher noch gut mit Sauerstoff versorgt», schrieb die IGKB weiter. In der Seemitte in 251 Metern Tiefe wurden Mitte Januar etwa sechs Milligramm Sauerstoff pro Liter über Grund gemessen. Anfang März stieg er dann auf rund sieben Milligramm pro Liter. Gleichzeitig zeige sich, dass eine wirklich gute Durchmischung des Wassers – abgesehen von flacheren Teilen wie der Bregenzer Bucht – nach 2006 nur noch im Spätwinter 2017/2018 stattgefunden habe.

Ein drohender Mangel des sowohl für die Fische als auch für viele Mikroorganismen benötigten Sauerstoffs am Seegrund war bereits in den 1970er Jahren einmal ein Thema. Damals erreichte die übermässige Anreicherung des Sees mit Nährstoffen gemäss der IGKB ihren Höhepunkt. Weil sich viel abgestorbene organische Materie am Grund sammelte, drohte dort der Sauerstoff knapp zu werden. Mittlerweile gelangen deutlich weniger Nährstoffe in den See.

In der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee arbeiten Baden-Württemberg und Bayern, Vorarlberg sowie die Kantone Thurgau, St. Gallen und Graubünden seit 1959 zusammen. Die beiden Appenzell tragen die Gewässerschutzmassnahmen mit. Wichtigstes Ziel ist die Reinhaltung des Sees sowie die laufende Überwachung und die nachhaltige Entwicklung der vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt.

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