Basel hat ein neues Literatur-Haus
In Basel wurde ein neues literarisches Begegnungszentrum eröffnet, das sogenannte Literaturhaus. Es soll einen interaktiven und mutlimedialen Zugang zum Literaturschaffen ermöglichen. Erste Intendantin ist Margrit Manz (Bild).
In Basel wurde ein neues literarisches Begegnungszentrum eröffnet, das sogenannte Literaturhaus. Es soll einen interaktiven und mutlimedialen Zugang zum Literaturschaffen ermöglichen. Erste Intendantin ist Margrit Manz (Bild).
Literatur hat in Basel vom 7. April an eine Adresse: Das Basler Literaturhaus an der Gerbergasse 30. Am Dienstag (29.02.) wurde das erste Programm vom neuen «Ort fürs Wort» vorgestellt.
Das Basler Literaturhaus will die Barriere zwischen Schreibenden und Lesenden überbrücken; Texte sollen erlebbar gemacht und die Einsamkeit des Schreibens überwunden werden. Das Publikum von Lesungen werde, angeregt durch Podiumssituationen, zum Gespräch eingeladen, erklärte Margrit Manz vor den Medien.
Ihr erstes Programm steht auf drei Säulen: einer breiten Reihe Schweizer Literatur, einem Jahresthema für weitere Veranstaltungen- als erstes Gedächtnis und Vergessen – sowie interdisziplinären Anlässen. Letzere lanciert Erica Pedretti, die zu ihrer Lesung am Eröffnungswochenende einige ihrer plastischen Werke ausstellt.
Übersetzung Schlüsselaufgabe
In der Schweizer Reihe sind unter anderen angekündigt: die Zürcher Krimiautorin Anne Cuneo (18.4.), Hansjörg Schertenleib (9.5.), Jörg Steiner (19.5.), Hugo Lötscher (8.6.), Urs Allemann (6.6.) und Peter Bichsel (20.6.). Bei Gästen anderer Sprache als Deutsch soll jeweils ein Dolmetscher das Verständnis erleichtern.
Manz will in Basel auch keine Sprachgrenzen setzen, sondern im Gegenteil die Literatur-Vermittlung selbst thematisieren: So will sie die Bedeutung von Übersetzungen aufzeigen; sie plant etwa eine Runde mit Übersetzenden von Schweizer Texten für ausländische Verlage. So sollen gleichzeitig «kleine Sprachen» gefördert werden.
Das Basler Literaturhaus soll – sobald fertig eingerichtet – als Begegnungsort auch tagsüber offen stehen. Bereits vor der Eröffnung habe es Schrittmacherfunktion etwa für das Literaturhaus-Projekt in Zürich entfaltet, hielt Charles Linsmayer vom Basler Trägerverein fest. Die initiierende Literaturgruppe ist inzwischen aufgelöst.
Gastautoren-Wohnung
Das Basler Literaturhaus beherbergt überdies jeweils für einige Monate in einer eigenen Wohnung sogenannte «Writers-in-Residence» von auswärts. Den Anfang macht von Mitte Mai bis August der 1924 in Jugoslawien geborene Aleksandar Tisma, gefolgt von der 1953 in Rumänien geborenen Herta Müller.
Für die ersten vier Jahre – bei Jahresbudgets von insgesamt gut 500’000 Fr. – stellt die Christoph Merian Stiftung (CMS) 1,7 Mio. Fr. bereit. Sie stiftet ferner acht Werkaufenthalte, dies in Form von Lebenshaltungskosten und der Autoren-Wohnung im selben Gebäude des vielseitigen Kulturbetriebs «Unternehmens Mitte».
Staatsbeiträge hat das Haus vorerst nicht. Angesichts der bisher bescheidenen baselstädtischen Literaturförderung hat die CMS auch Handlungsbedarf erkannt. Laut einem Sprecher will die CMS mit ihrem Engagement der «guten Idee zum Durchbruch verhelfen». Zuvor waren Literaturhaus-Projekte in anderen Städten nicht zustandegekommen.
Margrit Manz wurde aus über 150 Bewerbungen als erste Intendantin ausgewählt. Sie war zuvor stellvertretende Leiterin der Literaturwerkstatt Berlin. So hat sie auch Kontakte fürs erste Basler Programm nutzen können. Das Basler Literaturhaus ist mit 1,6 festen Stellen dotiert.
SRI und Agenturen
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