Bellinzona als Kulturerbe auf der UNESCO-Liste
Die drei Kastelle von Bellinzona sind in das Welterbe der UNESCO aufgenommen worden. Die mittelalterliche Wehranlage ist das vierte Schweizer Kulturdenkmal, das als Welterbe anerkannt wird.
Das Welterbe-Komitee der UNO-Kulturorganisation UNESCO hat den Entscheid, die drei Burgen in Bellinzona zum Welterbe zu erklären, am Donnerstag (30.11.) in Australien gefällt. Insgesamt hat das Komitee 61 Kultur- oder Naturdenkmäler neu in die Liste aufgenommen.
Einzigartige Wehranlage
Die Burganlage in Bellinzona besteht aus dem Castelgrande und den Schlössern Montebello und Sasso Corbaro sowie den dazu gehörenden Befestigungsanlagen. Die Tre Castelli mit ihren Verteidigungsanlagen sind im ganzen Alpengebiet das einzige noch vorhandene Beispiel von mittelalterlicher Militärarchitektur.
Das Gesuch Bellinzonas um Aufnahme in das UNESCO-Welterbe wurde Ende 1997 eingereicht. Wegen der modernen Restauration des Castelgrande gab es anfänglich Skepsis gegenüber dem Antrag. Die Zweifel wurden bei einem Besuch von UNESCO-Delegierten vor Ort im April dieses Jahres aus dem Weg geräumt.
Vier Schweizer Kulturdenkmäler
Mit Bellinzona ist die Zahl der Schweizer UNESCO-Denkmäler auf vier gewachsen. Bereits auf der Liste stehen die Berner Altstadt, der Klosterbezirk in St. Gallen sowie das Benediktinerinnenkloster St. Johann in Münster Graubünden. Neu dazukommen als Naturdenkmal könnte die Region Jungfrau-Aletsch. Der Bundesrat unterstützt die Bewerbung.
Auch Bodensee-Insel aufgenommen
Ins UNESCO Welterbe aufgenommen wurde zusammen mit Bellinzona auch die Insel Reichenau im Bodensee (D). Grund für den Entscheid sind die drei romanischen Klosterkirchen der ehemaligen Benediktiner-Abtei mit ihrer über 1100-jährigen Geschichte.
Die «Welterbekonvention» der UNESCO wurde 1972 beschlossen, um weltweit bedeutendes natürliche und kulturelle Erbe auszuwählen und in einer Liste zu erfassen.
Die 122 Mitgliedsländer verpflichten sich, die aufgeführten Naturdenkmäler oder Bauwerke zu schützen und zu erhalten.
swissinfo und Agenturen
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