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Die Schweiz in St. Petersburg

St. Petersburg an der Neva. Keystone

Die russische Stadt feiert ihr 300-Jahre-Jubiläum. Die Schweiz profitiert von diesem Ereignis und präsentiert eine Woche lang ihre Kultur, Geschichte, Wissenschaft und Wirtschaft.

Die «Swiss Days» sind eine Gelegenheit, um die traditionellen Verbindungen mit St. Petersburg wieder zu beleben.

Präsenz Schweiz, die Organisation des Bundes, die sich mit der Imagepflege der Schweiz befasst, hat das Jubiläumsjahr von St. Petersburg ausgewählt, um die Beziehungen zu Russland zu vertiefen.

Diese Wahl ist kein Zufall: Schweizer sind seit der Gründung der Stadt, seit 1703, in St. Petersburg präsent. Sie haben Spuren hinterlassen, allen voran der Tessiner Architekt und Planer Domenico Trezzini.

Jetzt will sich die Schweiz erneut präsentieren: Mit den «Swiss Days», mit vielfältigen Festivitäten während einer ganzen Woche. Die Schweiz hofft damit auch neue, primär wirtschaftliche Beziehungen aufbauen zu können. Denn nach schwierigen Jahren blüht Russland zur Zeit richtiggehend auf.

«Präzise» Geburtstagsgeschenke

Die offizielle Schweizer Delegation umfasst rund 100 Personen. Vertreter von verschiedenen Kantonen veranstalten vielfältige Aktivitäten kultureller und wirtschaftlicher Art.

Und wie es bei einem Geburtstag üblich ist, dürfen natürlich auch die Geschenke nicht fehlen: Eine Statue von Nag Noldi zu Ehren von Domenico Trezzini wird aufgestellt werden. Zudem werden künftig 26 Sitzbänke, einer für jeden Schweizer Kanton, die Passanten entlang dem vier Kilometer langen Nievskij Prospekt zum Rasten einladen.

Das offizielle Präsent: Die Eidgenossenschaft wird, zusammen mit der Schweizer Uhrenindustrie, eine Reihe historischer Uhren reparieren. Zudem sollen am Flughafen, an Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen neue Uhren aufgehängt werden.

Die Idee mag einem Klischee der Schweiz entsprechen. Doch die Uhrenbranche ist weiterhin ein Bereich, in dem die Schweiz an der Spitze mit dabei ist.

Bundespräsident Pascal Couchepin übergab die Uhren bei seinem Besuch am Mittwoch offiziell der Stadt.

Tessin in der ersten Reihe

Eingedenk der langen Tradition von Tessiner Architekten und Künstlern, die in St. Petersburg gewirkt haben, hat das Tessin den Löwenanteil der ganzen Schweizer Aktivitäten organisiert.

Es beginnt mit dem Orchester der italienischen Schweiz, gefolgt von Diskussionen über Architektur.

Ein Rundtisch-Gespräch, an dem auch der Architekt Mario Botta teilnehmen wird, widmet sich dem künstlerischen Erbe. Dabei wird auch eine multimediale dreisprachige DVD präsentiert. Das Produkt, realisiert von swissinfo im Auftrag von Präsenz Schweiz, gibt einen Überblick über das Leben von 80 Künstlern, die während des 18. und 19. Jahrhunderts im Zarenreich gearbeitet haben.

Ein wichtiger Punkt wird zudem die Unterzeichnung eines Protokolls sein, das die Zusammenarbeit zwischen der Akademie für Architektur in Mendrisio und der Kunstakademie von St. Petersburg besiegelt.

«Wir wollen diese wichtige Tradition, die uns eint, hervorheben», sagt Giampiero Gianella, Kanzler des Kantons Tessin, «um aktiv dazu beizutragen, das Bild der Schweiz nicht nur in Russland sondern international zu verbessern».

Schweizer Invasion

Neben den Offiziellen sind diese Woche aber noch viele weitere Schweizerinnen und Schweizer in St. Petersburg mit dabei. Verschiedene Reisebüros haben spezielle «Swiss Days» angeboten, die wohl mehrere hundert Personen aus der Schweiz in die Strassen der Barockstadt locken werden.

Auf Initiative des Kantons Thurgau wird in einem Zelt im Stadtpark Raclette serviert werden. Dafür hat das Tessin in Anbetracht der vielen Aktivitäten des Kantons darauf verzichtet, ein öffentliches Riesen-Risotto-Essen zu organisieren.

Doch nicht alles überall wird es folkloristisch zu und her gehen. Der «Swiss Business Hub» von Moskau organisiert eine Reihe von Treffen zwischen Managern. Kennen lernen und sich bekannt machen, das könnte das Gesamtmotto der Reise nach Russland sein.

swissinfo, Daniele Papacella, St. Petersburg
(Übertragung aus dem Italienischen: Eva Herrmann)

St. Petersburg wurde offiziell am 27. Mai 1703 von Zar Peter dem Grossen gegründet.

Das ganze Jahr hindurch werden Jubiläums-Veranstaltungen aller Art stattfinden.

Die Schweiz wurde nicht zu den offiziellen Jubiläums-Festlichkeiten eingeladen. Aber sie ist das ganze Jahr mit Kulturanlässen und Austauschprogrammen präsent.
In den kommenden Wochen veranstalten Schweizer Institutionen zahlreiche Konzerte, Theater und Ausstellungen.

Im Herbst wird im Kunstmuseum Lugano eine grosse Ausstellung über Tessiner Architekten eröffnet. Die Ausstellung reist dann nach St. Petersburg, wo sie ab Januar 2004 zu sehen sein wird.

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