Erziehungsdirektoren wollen gleichwertigen Englisch- und Französisch-Unterricht
Der Vorstand der Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK) will in der Unterstufe einen gleichwertigen Englisch- und Französisch-Unterricht. Für die zweite Landessprache und Englisch sollen die selben sprachlichen Ziele vorgegeben werden.
In einem Communiqué vom Donnerstag (21.09.) hält der EDK-Vorstand fest, dass die aktuelle Diskussion um die Empfehlungen zum Sprachunterricht nicht auf «Englisch oder Französisch» reduziert werden dürfe oder darauf, welcher Sprachunterricht zuerst einsetzen soll.
In seinen Empfehlungen zuhanden der Plenarversammlung vom 2./3. November sieht der EDK-Vorstand vielmehr vor, dass beide Sprachen obligatorisch ab Primarschulstufe unterrichtet werden sollen. Am Ende der obligatorischen Schulzeit sollen in beiden Sprachen die gleichen sprachlichen Ziele erreicht werden.
Allerdings sollen die vorgesehenen Lernziele für die zweite Landessprache um kulturelle Inhalte und Lernziele ergänzt werden. Auch soll mit Zusatzempfehlungen Schwierigkeiten begegnet werden, denen sich Kinder bei einem Wechsel der Sprachregion gegenüber sehen.
Ziel: Mobilitätsverbesserung
Die EDK-Empfehlung wurde im Hinblick darauf getroffen, dass an der kommenden Plenarversammlung womöglich keine einheitliche Lösung für die ganze Schweiz gefunden wird. Laut EDK-Präsident Hans Ulrich Stöckling soll die Empfehlung negative Folgen vermeiden helfen, die ansonsten beim Wechsel eines Schulkindes von einem Kanton in einen andern auftreten könnten.
Indem neu bereits am Ende der Primarschule (Unterstufe) im Englischen wie in der zweiten Landessprache das selbe Niveau herrschen soll, werde die Mobilität der Schulkinder erleichtert, erklärte Stöckling auf Anfrage.
Zürcher Regierungsrat bedingt zufrieden
Der Zürcher Erziehungsdirektor Ernst Buschor zeigte sich auf Anfrage über die Empfehlung des EDK-Vorstands insofern zufrieden, als dass eine weitere Teilannäherung zwischen den beiden Sprachen erzielt worden sei. Buschor bemängelte indes, dass die Einstiegsfremdsprache weiterhin offen bleibe.
Die Zürcher Regierung hatte vergangene Woche bekannt gegeben, an den Schulen ab 2003 Englisch statt Französisch als erste Fremdsprache unterrichten zu lassen. Englisch soll ab der dritten, Französisch ab der fünften Klasse eingeführt werden.
Dieser Entscheid löste Proteste unter anderem in der Romandie aus. Die Staatspolitische Kommission des Nationalrates (SPK) bedauerte, dass Zürich die erforderliche Sensibilität für den nationalen Zusammenhalt nicht aufbringe.
swissinfo und Agenturen
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