Filme fördern und gleichzeitig sparen
An der Eröffnung der 44. Solothurner Filmtage nannte Direktor Ivo Kummer, die Filmsubventionen "nicht üppig". Finanzminister Hans-Rudolf Merz konterte, sie seien seit 2000 um jährlich 10% gestiegen.
Mit launigen Reden haben Hans-Rudolf Merz und Ivo Kummer die jährliche Werkschau des Schweizer Films eröffnet.
Inhaltlich sind die Positionen des Filmtage-Direktors und des Finanzministers weit von einander entfernt: Ein Finanzminister sei eben eine Mischung aus «Milchkuh, Hamster und Kettenhund», zitierte Kummer den italienischen Komponisten Carlo Franchi.
Kummer mahnte Bundespräsident Merz am Montagabend, den Verfassungsauftrag der Filmförderung ernst zu nehmen. Letzten Dezember war das Parlament Merz gefolgt und hatte die Erhöhung des Filmförderungskredits von 5 Mio. Franken abgelehnt.
Die Schweizer Filmförderung sei seit dem Jahr 2000 jährlich um 10% gewachsen, erklärte Merz. «In der übrigen Wirtschaft erreichen einzig Schneeball-Betrüger ein solch hohes und konstantes Wachstum», sagte Merz, indem er auf den Fall Madoff anspielte.
In Solothurn werden fast 300 Filmbeiträge gezeigt, erwartet werden gegen 45’000 Zuschauerinnen und Zuschauer.
In der Filmpolitik sorgt zur Zeit ein Zwist zwischen Filmverbänden und dem Filmchef beim Bundesamt für Kultur (BAK) für Schlagzeilen.
Die Verbände warfen Filmchef Nicolas Bideau unter anderem Eigenmächtigkeit vor. Bideau bezeichnete darauf die Verbände öffentlich als «krank».
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