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Fotoausstellung über Halbstarke

Das Zürcher Museum für Gestaltung zeigt bis zum 2. Juli Fotos von so genannten "Halbstarken". Der Fotograf Karlheinz Weinberger hat diese Jugendlichen Ende der 50-er Jahre auf ihren Streifzügen durch Zürich begleitet und in ihren Camps besucht.

Das Zürcher Museum für Gestaltung zeigt Fotos von Jugendlichen, die Ende der 50-er Jahre durch die Strassen von Zürich zogen und regelmässig in Camps zusammenkamen. Diese so genannten «Halbstarken» wurden oft vom Fotografen Karlheinz Weinberger begleitet, dessen Bilder bis zum 2. Juli zu sehen sind.

Die Ausstellung dokumentiert Ausschnitte aus dem Leben dieser Jugendlichen, die sich in ihren Jeans und Lederstiefeln klar gegen die Bürger in Anzügen und Krawatten abgrenzen wollten.

Die Provokateure – Ende der 50-er Jahre genügten bereits Jeans und Jeansjacken, um zu provozieren- waren zwischen 14 und 20 Jahren alt. In Zürich gehörten dieser Gruppe, die sich an den Wochenenden regelmässig an verschiedenen Veranstaltungen traf, zwischen 50 und 100 Leute an. Zu den wichtigsten Treffpunkten gehörten die Chilbi am Knabenschiessen auf dem Albisgüetli und die Herbstmesse in Basel.

Interessant war, dass viele Eltern gar nichts von der «Halbstarken-Existenz» ihrer Kinder wussten. Zu Hause waren diese noch «normal» angezogen. Ihre Jeans trugen sie jeweils im Köfferchen zum Albisgüetli, wo sie sich umzogen.

Als Fotograf hat Karlheinz Weinberger vor allem die Mode der Halbstarken fasziniert. Da es damals noch nicht so viele verschiedene Kleider und Accessoires zu kaufen gab wie heute, kreierten die Jugendlichen ihre Kleidung mit viel Fantasie.

Die Halbstarken erinnerten daran, dass es noch etwas anderes gibt als braves Bürgertum. Stark fühlten sie sich nur in der Gruppe. Wie Weinberger beobachten konnte begingen sie hie und da kleinere Delikte wie Diebstähle, waren jedoch insgesamt harmlos und liessen ihre Mitmenschen in Ruhe.

swissinfo und Agenturen

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