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Kleider aus den «Goldenen Zwanziger Jahren» in St.Gallen

Das Historische Museum in St. Gallen. Museum, St. Gallen

Typische Kleider aus der Epoche der "Goldenen Zwanziger" sind Gegenstand einer neuen Sonderschau im Historischen Museum St. Gallen. Die Ausstellung unter dem Titel "Schlicht elegant - Mode der 20-er Jahre" dauert bis Ende April 2001.

Das Museum greift dazu auf seine Kostümsammlung zurück. Diese umfasst mehrere hundert Exponate und gehört laut Ausstellungskatalog zu den «wertvollsten und kulturhistorisch interessantesten Beständen». Die Kostüme sind aber aus Platzmangel zumeist im Magazin eingelagert.

Die Damenmode der 20-er Jahre wich krass von jener der vorangehenden Belle Epoque ab, wie Konservator Louis Specker anlässlich der Ausstellungseröffnung am Freitag (10.11.) ausführte. Statt Zierat auf Hüten und Kleidern und «aufgesetztem Firlefanz» waren jetzt schlichte, klare Silhouetten gefragt.

Klare Linien

Die «Orgie der Dekorationswut», so Specker, sei einem disziplinierten Gestaltungswillen gewichen. Die Kleider wurden kürzer und kamen dem Wunsch nach mehr Bewegungsfreiheit entgegen.

In der Frauenmode fanden sich Anleihen an die praktische Männerbekleidung, etwa kombinierbare Kostüme, grobkörnigeStoffe wie Tweed oder Hosen. Auch im Haarschnitt folgte die «Garçonne» dem männlichen Vorbild. In Mode kam die sportliche Erscheinung mit einer sachlichen Note.

Für St. Galler Stickerei katastrophal

Der Modetrend der 20-er Jahre – ein Wechsel von einem Extrem ins andere – wirkte sich für die St. Galler Stickerei katastrophal aus. Ihre Produkte fanden, anders als in der Belle Epoque, nur noch am Rand und in bescheidenem Ausmass Verwendung.

Die Stickerei geriet denn auch in eine Talfahrt, die nicht mehr zu bremsen war und in die Katastrophe führte. «Die Beschäftigung mit der Mode der Zwanzigerjahre liefert uns ein schönes Stück Erklärung dafür, weshalb es mit der Stickerei so weit kam», so der Konservator.

swissinfo und Agenturen

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