Märchensaison auf den Schweizer Bühnen
Powergirlies wie Pippi, das doppelte Lottchen, Ronja Räubertochter und die einhundert-siebenundzwanzig Jahre junge "kleine Hexe" dominieren in der vorweihnachtlichen "Märchensaison" 2000 die Schweizer Bühnen.
Astrid Lindgrens Pippilotta Rollgardina Viktualia Pfefferminz Eframimstochter Langstrumpf eröffnet als Kindermusical am 15. November in Solothurn den jährlichen Kindertheater-Reigen.
Am ensemb!e Theater der Region Biel-Solothurn beweist die sommersprossige Korsarentochter charmant, dass man sich als kleiner Mensch sehr wohl gegen die pädagogische Aufdringlichkeit der Erwachsenenwelt behaupten kann.
Am 25. November kommt am Luzerner Theater die Mundartinszenierung des Kästner-Klassikers «Das doppelte Lottchen» in der Regie von Daniel Wahl auf die Bühne: Lotti und Luise treffen sich zufällig im Ferienlager und entdecken, dass sie Zwillinge sind. Raffiniert und gewitzt planen sie die Wiederversöhnung ihrer Eltern, die sich kurz nach der Geburt der Mädchen getrennt hatten.
Männliche Ausnahme: Dilldapp
«Böser die Hexen nie lachten, witziger ein Rabe nie rabte» schrieb die Basler Zeitung über Sebastian Nüblings «Die kleine Hexe», welche ebenfalls am 25. November wieder aufgenommen wird. Die kleine Hexe geht heimlich zur Walpurgisnacht, obwohl sie dafür eigentlich noch zu jung ist – und wird auch prompt erwischt und bestraft.
Als einzige männliche Ausnahme in der Palette der «taffen» Mädels geht am Berner Stadttheater der Bäckersjunge Dilldapp mit Socke, Sieb und Meterstange bewaffnet auf Riesenjagd. Urs Schaub bringt am 26. November «Wie Dilldapp nach dem Riesen ging» von Tankred Dorst zur Schweizer Erstaufführung.
Und in St. Gallen schliesslich inszeniert Anja Horst am 2. Dezember mit «Ronja Räubertochter» einen zweiten Lindgren- Evergreen. Ronja trifft in den skandinavischen Wäldern neben den gefährlichen Graugnomen, Wildrudden, Rumpelwichten auch den gleichaltrigen Birk.
swissinfo und Agenturen
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