Musik belebt alte Gefängnismauern
Im ehemaligen Gefängnis "Lohnhof" findet das Musikmuseum des Historischen Museums Basel ein festes zu Hause. Seine Türen öffnet das Museum erstmals am Samstag (25.11). Es beherbergt die bedeutendste Musikinstrumenten-Sammlung der Schweiz.
In den Zellen und Gängen des alten Untersuchungs-Gefängnisses sind 650 Musikinstrumente aus den letzten fünf Jahrhunderten zu sehen. Die Sammlung umfasst über 2’000 Instrumente, darunter die weltgrösste Sammlung von Blechblas-Instrumenten.
Strukturiert sind die teils handwerklich atemberaubenden, teils auch bizarren Exponate nach drei Bereichen: «Musik in Basel» stellt sie in ihren musikalischen und sozialen Kontext, «Konzert, Choral und Tanz» thematisiert musikalische Gattungen, und mit «Parade, Feier und Signale» werden Anlässe des Musizierens ergründet.
Musik hören mit Digitalsound
Zu den Instrumenten-Gruppen liefert eine digitale Tonanlage per Tastbildschirm jeweils passende Musikbeispiele. Deren über 200 Tonkonserven führen bis in die Neuzeit. Eine Ausweitung der Sammlung auf elektrische und elektronische Instrumente wird bei einer zukünftigen Erweiterung des Museums nicht ausgeschlossen.
Die Basler Musikinstrumenten-Sammlung hatte bis heute schon acht verschiedene Standorte. Sie litt jedoch dauernd unter Platznot, wie Kuratorin Veronika Gutmann gegenüber swissinfo auführte.
Im Zuge der Umnutzung des «Lohnhof» kam Ende der 80er-Jahre die Museumsidee auf – der Kanton befand sich damals aber auf hartem Sparkurs. So kam das Geld ganz von privater Seite. Das Musikmuseum ist das erste staatliche Museum in Basel, das privat finanziert wurde. Seit 1996 sind das Museum Tinguely, die Fondation Beyeler und das Puppenhausmuseum als privat bezahlte und geführte Häuser eröffnet worden.
Nichts für schwer Übergewichtige
Der Umbau des vom Kanton zur Verfügung gestellten Gebäudes durch die Basler Architekten Meinrad Morger und Heinrich Degelo zum Museum hat rund acht Mio. Franken gekostet. Die Verantwortlichen setzten durch, dass die Mini-Zellentüren (60x180cm) entgegen aktuellen Bauvorschriften blieben.
Das Museum im denkmalgeschützten Ensemble beim Barfüsserplatz – es steht teils auf Mauern aus dem 11. Jahrhundert – gesellt sich heute unter anderem zu Wohnungen, einem Hotel, einem Jazzclub und einem Mundarttheater.
swissinfo und Agenturen
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